Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Der internationale Spardruck auf die Staatsbudgets hat Folgen für die Militärausgaben: Die Budgets fürs Militär sind 2011 kaum gewachsen - und das erstmals seit Jahren, wie das Friedensforschungsinstitut Sipri in Stockholm festhält.

Die weltweiten Militärausgaben blieben 2011 erstmals seit über einem Jahrzehnt fast unverändert, wie es in dem am Dienstag veröffentlichten Sipri-Jahresbericht heisst. Das geringe Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr liegt deutlich unter den Wachstumsraten der vergangenen Jahre.

Von 2001 bis 2009 hatten die weltweiten Militärausgaben noch jedes Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent zugelegt. 2011 lagen sie nach Sipri-Schätzungen bei rund 1,74 Billionen Dollar weltweit. Es sei aber noch zu früh, um eine langfristige Trendwende erkennen zu können, sagte Sam Perlo-Freeman, Experte für Militärausgaben bei Sipri.

USA bleiben auf Platz eins

Die USA stehen mit einem Militärbudget von 711 Milliarden Dollar weiter unangefochten an der Spitze - haben aber erstmals seit 1998 die Ausgaben gesenkt. Sie fielen preisbereinigt um 1,2 Prozent.

Als Gründe nannte das Sipri sowohl den Truppenabzug aus dem Irak und den geplanten Abzug aus Afghanistan als auch US-Bemühungen, das Budgetloch zu stopfen. Die USA halten nach diesem Bericht einen Anteil von 41 Prozent an den weltweiten Militärausgaben.

China landete hinter den USA auf Platz zwei der internationalen Rangliste mit einem Anteil von gut acht Prozent an den globalen Militärausgaben. Russland folgte 2011 mit gut vier Prozent auf Rang drei - und hat damit Grossbritannien und Frankreich überholt, die auf den folgenden Plätzen vier und fünf kommen.

Unter den zehn Ländern mit den höchsten Rüstungsausgaben finden sich des weitern Japan, Indien, Saudi-Arabien, Deutschland und Brasilien. Von diesen hatte lediglich Saudi-Arabien mehr für die Rüstung ausgegeben, nämlich im Jahresvergleich über zwei Prozent.

Die von der europäischen Schuldenkrise besonders gezeichneten Länder Griechenland, Spanien, Italien, und Irland senkten ihre Ausgaben für das Militär im vergangenen Jahr. Griechenland führt die Liste an mit einem Rückgang um 26 Prozent seit 2008.

China und Russland investieren

Gegenläufig zum allgemeinen Trend haben China und Russland ihre Militärausgaben deutlich erhöht. China gab mit 143 Milliarden Dollar 6,7 Prozent mehr aus als im Vorjahr. Russlands Militärbudget legte um 9,3 Prozent auf 71,9 Milliarden Dollar zu.

Im Nahen Osten seien die Ausgaben insgesamt um geschätzte 4,6 Prozent gestiegen, aus zahlreichen Ländern - darunter dem Iran - fehlten aber die Daten. Auch auf dem afrikanischen Kontinent stiegen die Militärausgaben.

Aserbaidschan führt die Liste der Länder an, die ihre Rüstungsausgaben hochschraubten. Angesichts des immer wieder aufflackernden Konflikts mit Armenien um Berg-Karabach setzte das rohstoffreiche Aserbaidschan 89 Prozent mehr für die Rüstung ein. Die Schweiz ist in der gleichen Liste zu finden. Sie hat seit 2008 rund zehn Prozent mehr für die Rüstung ausgegeben.

SDA-ATS