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Die 101. Ausgabe der Flandern-Rundfahrt, die heute über 260 km von Antwerpen nach Oudenaarde führt, kennt nebst dem Weltmeister und Vorjahressieger Peter Sagan nur einen Favoriten: Greg van Avermaet.

Seiner Rolle ist sich der Olympiasieger aus dem Team BMC bewusst. "Ich denke nicht, dass ich jetzt noch sagen kann, ich sei nicht der Favorit", sagte der Belgier nach seinem Sieg vor einer Woche beim Halbklassiker Gent - Wevelgem. In Wevelgem gewann der 31-Jährige bereits das dritte belgische World-Tour-Eintagesrennen in diesem Frühling, nachdem er davor schon in Harelbeke und beim Omloop Het Nieuwsblad in Gent triumphiert hatte.

"Ich hatte den bestmöglichen Start in die Saison", betonte van Avermaet, den der Olympiasieg in Rio de Janeiro zu beflügeln scheint. "Was mir noch mehr Zuversicht gibt, ist die Tatsache, dass mein Lieblingsrennen, jenes, das mir am meisten liegt, noch kommt", sagte er zur Flandern-Rundfahrt, die er 2014 im 2. Rang hinter Fabian Cancellara und 2015 ein zweites Mal auf dem Podest (3.) abgeschlossen hat. Nun soll erstmals der Sieg folgen. "Ich habe das Gefühl, an der Reihe zu sein", sagte van Avermaet.

Er zählt auf Schweizer Hilfe

Wichtige Rollen auf dem Weg dahin sind auch für die drei Schweizer bei BMC vorgesehen: Martin Elmiger, Silvan Dillier und Stefan Küng. Elmiger hatte 2014 mit einem Spitzenrang (10.) überrascht, Dillier und Küng eskortierten ihren Teamleader bereits bei Gent - Wevelgem. Küng soll nach den Plänen von BMC dem Teamcaptain im Finale als letzter Helfer zur Seite stehen.

Sagan der zweite Topfavorit

Letztes Jahr stürzte van Avermaet zusammen mit einem Grossteil seiner Teamkollegen rund 100 km vor dem Ziel. Er zog sich dabei einen Schlüsselbeinbruch zu und konnte das Rennen nicht beenden. In seiner Abwesenheit siegte Sagan vor Cancellara. Den Schweizer Radstar wird van Avermaet nicht mehr als Gegner haben; nach seinem Rücktritt ist der dreifache Sieger Cancellara am Sonntag in seiner "zweiten Heimat" erstmals nur noch als Zuschauer dabei.

Sagan dagegen ist nebst dem Einheimischen der zweite grosse Anwärter auf den Sieg in Oudenaarde. Der Slowake, der 2016 in Flandern sein bisher einziges Radsport-Monument gewonnen hat, kann wie van Avermaet drei Saisonsiege vorweisen. Bei den wichtigsten Rennen aber verpasste er den Triumph jeweils ganz knapp. In Gent (2.) und Wevelgem (3.) wurde er jeweils von van Avermaet geschlagen. Und auch bei Mailand - Sanremo, dem ersten grossen Klassiker des Frühlings, musste er mit Platz 2 Vorlieb nehmen.

Starkes Quickstep-Quartett

Als weitere Favoriten gelten die Fahrer von Quickstep, die mit dem nach Paris - Roubaix abtretenden Lokalhelden Tom Boonen sowie Zdenek Stybar, Niki Terpstra und Philippe Gilbert, der in Flandern erstmals seit 2012 wieder am Start steht, gleich vier heisse Eisen im Feuer haben. Zu nennen sind zudem der Norweger Alexander Kristoff (Sieger 2015) und der im vergangenen Jahr abwesende Deutsche John Degenkolb. Kristoff (mit Reto Hollenstein) wie Degenkolb (mit Gregory Rast) zählen ebenfalls auf Schweizer Hilfe.

SDA-ATS

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