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Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro hält einen Helikopterangriff auf den Obersten Gerichtshof in Caracas für einen möglichen Putschversuch. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/ARIANA CUBILLOS

(sda-ats)

In Venezuela hat nach Angaben von Präsident Nicolás Maduro ein Polizeihelikopter bei einem "terroristischen Angriff" zwei Granaten auf das Oberste Gericht des Landes abgeworfen. Um die Ordnung wieder herzustellen, habe er die gesamten Streitkräfte mobilisiert.

Eine der abgeworfenen Granaten sei nicht explodiert, sagte der Staatschef am Dienstag (Ortszeit) in einer aus dem Präsidentenpalast Miraflores übertragenen Rede. Verletzte habe es nicht gegeben. Der Helikopter sei zudem auch über das Innenministerium sowie über das Justizministerium des südamerikanischen Landes geflogen.

Die Besatzung des Helikopters werde "sehr bald" gefasst, sagte Maduro weiter. Er sprach von einem "terroristischen Putschversuch".

Angeblich wurde der Polizeihelikopter entführt und von Dissidenten zu der Attacke genutzt. Gesteuert worden sei der Helikopter von einem Piloten seines ehemaligen Innen- und Justizministers Miguel Rodríguez Torres, sagte Maduro.

In sozialen Netzwerken wurden Fotos verbreitet, die einen von zwei Piloten geflogenen Helikopter mit einem regierungskritischen Spruchband über Caracas zeigten. Örtliche Medien veröffentlichten ein Video, das einen der beiden Männer zeigen soll. Darin fordert dieser, "gegen die Tyrannei" zu kämpfen.

Waffen statt Wählerstimmen

Wenige Stunden zuvor hatte der Staatschef mit einem bewaffneten Kampf zur Verteidigung seines sozialistischen Projekts gedroht. "Wenn Venezuela in Chaos und Gewalt gestürzt und die Bolivarische Revolution zerstört werden soll, werden wir in den Kampf ziehen", sagte er unter dem Jubel von Anhängern. Mit Blick auf eine geplante Verfassungsreform, die Maduros Rolle stärken soll, betonte er: "Wenn wir es nicht mit den Stimmen schaffen, dann mit Waffen."

Bei Unruhen und Protesten im Land mit den weltgrössten Ölreserven kamen seit Anfang April 77 Menschen ums Leben.

Maduro plant für den 30. Juli eine Wahl zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung - doch es gibt massive Proteste gegen den Plan. Maduro will mit der Verfassungsreform die dramatische politische und wirtschaftliche Krise bewältigen.

Angst vor Diktatur

Durch die geplante Zusammensetzung der Versammlung mit einer Mehrheit für Sympathisanten der Sozialisten fürchtet die Opposition einen endgültigen Übergang in eine Diktatur. Maduro behauptet, die Opposition arbeite mit den USA an einem Staatsstreich.

2016 brach die Wirtschaftsleistung Venezuelas um rund 18 Prozent ein, rund 95 Prozent der Exporteinnahmen kommen aus dem Ölverkauf, der niedrige Preis verschärft die Lage. Zudem gibt es im Land die höchste Inflation der Welt - es fehlen Devisen, um ausreichend Lebensmittel und Medikamente im Ausland einzukaufen.

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SDA-ATS