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Im Kloster Einsiedeln und den ihm angeschlossenen Institutionen haben sich in den letzten 65 Jahren 15 Mönche eines sexuellen Übergriffes schuldig gemacht. Die Zahl der Opfer dürfte sich auf mindestens 40 belaufen.

Zu diesem Schluss kam die unabhängige Untersuchungskommission, die im Auftrag von Abt Martin Werlen seit dem letzten Frühjahr die Verdachtsfälle aufgearbeitet hat. Neun Mönche vergingen sich an Minderjährigen. Der grösste Teil dieser Übergriffe entfällt auf die 60er- und 70er-Jahre und geht zu Lasten von drei Benediktinern.

Der Leiter der Untersuchungskommission, der ehemalige Zürcher Sonderstaatsanwalt Pius Schmid, sagte, sein Gremium habe sich nicht auf das Kloster in Einsiedeln beschränkt, sondern auch die von ihm betreuten Schulen, Pfarreien und Institutionen im In- und Ausland untersucht.

Umgang mit Verdachtsfällen untersucht

Die Kommission ging sowohl Hinweisen aus dem Kloster wie auch von Opfern nach, führte Befragungen durch und sichtete Protokolle. Untersucht wurde auch, wie die Klosterleitung jeweils mit Verdachtsfällen umgegangen ist. Alle untersuchten Fälle sind verjährt.

Von den drei Mönchen, die eine grössere Zahl Schüler unsittlich berührten, wurden zwei versetzt, nachdem ihre Verfehlungen bekannt wurden. Beim dritten Mönch kamen die Übergriffe erst im Rahmen der Untersuchungen ans Licht.

Keine Strafanzeigen

Die Kommission attestiert der Klosterleitung, dass sie jeweils auf die ihr bekannt gewordenen Vorfälle mit Versetzungen, Suspensionen oder Entlassungen reagiert hat. Auf Strafanzeigen wurde aber, wie damals üblich, verzichtet. Sechs Mal machte ein Opfer eine Anzeige.

1998 erliess das Kloster Richtlinien, wie mit sexuellen Übergriffen umzugehen ist. Eine Anlaufstelle wurde eingerichtet. Seither wurde nur noch ein Fall bekannt. Dieser Übergriff auf einen Minderjährigen wurde von einem dementen strafunfähigen Mönch begangen.

Abt: "Kein Tabu mehr"

Werlen zeigte sich über die grosse Zahl der Fälle erschreckt. Er bedauerte das Vorgefallene und bat die Opfer um Verzeihung. Die Klostergemeinschaft habe sich in den letzten Monaten gezielt mit der Problematik auseinandergesetzt.

Sexuelle Übergriffe zur Sprache zu bringen, sei kein Tabu mehr, sagte der Abt. Opfer würden in der Klostergemeinschaft ein offenes Ohr finden.

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SDA-ATS