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Nach einem tödlichen Angriff auf einen Kontrolleur in Brüssel stand der gesamte öffentliche Nahverkehr in der belgischen Hauptstadt auch am Ostersonntag still. Die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe und Gewerkschafter beschlossen, bis Dienstagnachmittag Busse und Bahnen anzuhalten.

Das Opfer, ein 56-jährige Kontrolleur, war am Samstagmorgen gegen sieben Uhr zu einem Unfall zwischen einem Bus und einem Auto gerufen worden. An der Unfallstelle sei er vom Autofahrer angegriffen und so schwer verletzt worden, dass er später im Spital starb, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Verkehrsbetriebe.

Der mutmassliche Täter stand unter Alkoholeinfluss, wie die Brüsseler Staatsanwaltschaft nach Angabe der Nachrichtenagentur Belga am Sonntag meldete. Seine Anwälte teilten weiter mit, er habe dem Opfer mit der Faust einmal ins Gesicht geschlagen. Er habe den 56-Jährigen nicht töten wollen.

"Ich bedaure mein Handeln und ich hätte nie geglaubt, dass es dazu führen würde", liess der Verdächtige laut Belga über seine Anwälte ausrichten. Er denke an die Familie des Opfers. Gegen den 28-Jährigen, der sich selbst der Polizei gestellt hatte, wird nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags ermittelt.

Gespräche am Montag

Über mögliche Konsequenzen aus dem Vorfall soll am Montag verhandelt werden. Robert Timmermans von der Gewerkschaft CSC-Transcom sagte, die Wiederaufnahme der Arbeit der Verkehrsbetriebe hänge vom Gespräch mit Innenministerin Joelle Milquet am Montagnachmittag ab.

"Wir erwarten klare und entschlossene Massnahmen und keine kleinen Schritte", sagte Timmermans. "Das Sicherheitsproblem im öffentlichen Nahverkehr ist nicht neu."

Auch Ministerpräsident Elio Di Rupo sprach sich für einen schnellen Prozess und die harte Bestrafung der Verantwortlichen aus. Im Jahr 2010 wurden im öffentlichen Nahverkehr in Brüssel 773 Passagiere und 193 Mitarbeiter angegriffen.

SDA-ATS