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Der Prozess gegen die fünf mutmasslichen Verantwortlichen der Milliardenverluste bei der Genfer Kantonalbank (BCGE) ist am Montag vor dem Genfer Strafgericht eröffnet worden. Die Verteidigung zweifelte zu Prozessbeginn die Zuständigkeit des Genfer Strafgerichts an.

Denn für Verteidiger Pierre de Preux wurde der Fall dem ersten, dafür zuständigen Gericht formell gar nie entzogen. Der erste Prozess musste letzten Herbst wegen Befangenheit des Gerichtspräsidenten abgebrochen werden. Seit Montagmorgen stehen die fünf Angeklagten zum zweiten Mal vor Gericht.

Anwalt Eric Alves de Souza, der die Interessen des Kantons Genf vor Gericht verteidigt, sah in den Einwänden de Preux' lediglich Spielchen der Verteidigung, um den Fall weiter zu verzögern.

Ins gleiche Horn stiess der Genfer Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli. Er bezeichnete es als inakzeptabel, dass der Prozess wegen solch "wenig substanziellen" Gründen weiter verzögert würde. Für ihn muss jetzt endlich, "Recht gesprochen werden".

Die Genfer hätten ein Recht darauf, sagte Zappelli weiter. Er spielte auf die gut zwei Milliarden Franken an, die der Kanton für die Rettung der Bank aufwenden musste.

Ehemaliger VR-Präsident will endlich Gerichtsurteil

Einzig einer der fünf Angeklagten, der ehemalige BCGE-Verwaltungsratspräsident Dominique Ducret, akzeptiert die Zuständigkeit des Genfer Strafgerichts. "Mein Klient will nicht, dass der Fall wegen Verjährung eingestellt wird. Es soll endlich Recht gesprochen werden", sagte sein Anwalt Robert Assaël.

Auf der Anklagebank sitzen neben Ducret auch der Ex-Generaldirektor Marc Fues, der ehemalige Vizedirektor René Curti sowie zwei Revisoren der Firma Ernst&Young. Sie müssen sich wegen Urkundenfälschung und qualifizierter ungetreuer Geschäftsführung verantworten.

Während drei Rechnungsperioden von 1996 bis 1999 sollen sie die Bilanz der Bank geschönt haben. In dieser Zeit herrschte eine Immobilienkrise, welche der Bank Milliardenverlusten bescherte.

Bank mit Steuergeldern gerettet

Im Jahr 2000 flog alles auf. Der Kanton Genf musste eingreifen, um den Untergang der Kantonalbank zu verhindern. Er gründete einen Fonds, der fünf Milliarden Franken an faulen Krediten übernahm.

Die Bank, um ihre schlechten Immobiliengeschäfte entlastet, konnte so wieder Fuss fassen. Die Rettung der BCGE kostete die Genfer Steuerzahlenden im Endeffekt etwas mehr als zwei Milliarden Franken.

Der Prozess dauert voraussichtlich bis am 15. Juli - eine dreiwöchige Pause mit eingeschlossen.

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SDA-ATS