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Die Universität Bayreuth hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktortitel aberkannt. Das gab Hochschulpräsident Rüdiger Bormann am Mittwochabend nach einer Kommissionssitzung bekannt.

Guttenberg habe wissenschaftliche Standards "objektiv nicht eingehalten", sagte Bormann. Er habe gegen diese "in erheblichem Umfang verstossen". Auch Guttenberg bestreite das nicht. Man habe ihm die einstimmige Entscheidung per Pressemitteilung mitgeteilt.

Die wörtliche und sinngemässe Übernahme von Textstellen ohne hinreichende Kennzeichnung verstosse gegen die Rechtsprechung und die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens, erläuterte Bormann.

Die Frage eines möglichen Täuschungsvorsatzes habe man vernachlässigen können. Die Universität habe auf eine Prüfung verzichtet, weil Guttenberg selbst um die Rücknahme seiner Dissertation gebeten habe. Bormann betonte, es habe bei der Bewertung des Falles keinen politischen Druck gegeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Entscheidung der Uni als richtig und logisch. Das Votum zeige, dass Guttenberg mit seiner Selbsteinschätzung richtig liege. Der Minister sei daher durch die Entscheidung in seinem Amt nicht geschwächt.

Stellungnahme im Bundestag

Vor der Entscheidung der Universität hatte sich der CSU-Politiker im Bundestag gerechtfertigt. Er bekannte sich dabei erneut zu Fehlern, wies den Vorwurf der bewussten Täuschung aber energisch zurück.

Der Minister bemühte sich sichtlich um ein weniger provokantes Auftreten als in den vergangenen Tagen. Die Opposition unterbrach ihn dennoch mehrfach mit lautstarken Missfallensäusserungen und sprach den Minister trotz seines Titelverzichts demonstrativ mit "Dr. zu Guttenberg" an.

Quadratur des Kreises nicht gelungen

Die Fehler seien entstanden, weil er mit der Dissertation neben allen anderen Tätigkeiten überlastet gewesen sei, sagte Guttenberg weiter. "Ich war so hochmütig zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingt."

Dass ihm dies nicht gelungen sei, habe er vor der deutschen Öffentlichkeit inzwischen eingestanden, sagte Guttenberg. Er habe deshalb auch die betroffene Universität Bayreuth gebeten, den Doktortitel zurückzunehmen.

Zugleich relativierte Guttenberg die Ergebnisse der Internet-Datenbank GuttenPlag, deren Helfer auf inzwischen auf 286 der 475 Seiten der Guttenberg-Dissertation Plagiate entdeckt haben wollen - entsprechend einem Anteil von knapp 73 Prozent.

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SDA-ATS