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Vertrauenskrise spaltet Berner Stadttheater - Schauspielchef geht

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2010 - 15:18 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Eklat an der Spielplankonferenz des Stadttheaters Bern: Schauspielchef Erich Sidler und sein Ensemble werfen Direktor Marc Adam vor, dem Schauspiel Sparmassnahmen aufzubürden während das Musiktheater weiterhin teuer produziere.
Für Sidler ist das umso stossender als er vergangene Saison das Budget und die Auslastungsvorgaben mit 75 Prozent erfüllt hat, während die Oper unter Leitung von Direktor Marc Adam mit 62 Prozent unter den Erwartungen blieb. Sidler muss kommende Saison 100'000 Franken einsparen.
Ihm sei schleierhaft, nach welchem Verteilschlüssel im Stadttheater die Sparten-Budgets erstellt würden, sagte Sidler am Donnerstag vor den Medien. Sein Vertrauen in Adam sei erschüttert. Er werde das Haus deshalb Ende Saison 2010/11 verlassen.
Wie erfolgreich die zu Ende gehende Schauspielsaison war, zeigen die acht Produktionen, die der grossen Nachfrage wegen wiederaufgenommen werden. Von "Andorra" und "Woyzeck" seien alle Vorstellungen ausverkauft gewesen, vom Jugend-Stück "Co-Starring" sogar schon vor der Premiere, freute sich Sidler.
Trotz Sparmassnahmen hat Sidler ein attraktives Programm aufgegleist. Einer der Höhepunkte ist eine Bühnenfassung des Erfolgsfilms "Die Herbstzeitlosen" unter dem Titel "Altweiberfrühling". Ensemblemitglied Heidi Maria Glössner wird wie im Film das Amerika-Lisi spielen.
Ausserdem wird Peter Turrinis Kaufhaus-Stück "Josef und Maria" im Warenhaus Loeb aufgeführt. Und mit der Uraufführung von "Murder Ballads" von Rebekka Kricheldorf zu den Songs von Nick Cave versucht man, an den Erfolg des Tom-Waits-Musicals "Woyzeck" anzuknüpfen.
Aktuelle Themen - häufig auch aus der Jugendkultur - haben fast alle Stücke. Felicia Zellers "Kaspar Häuser Meer" etwa handelt von Sozialarbeiterinnen, die von den zunehmenden gesellschaftlichen Problemen überfordert sind.

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