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Moskau - Bei den schwersten Waldbränden der russischen Geschichte zeichnet sich keine Entspannung ab. Die Feuerwalze rollt weiter. Tausende Einsatzkräfte versuchen, ein Übergreifen der Flammen auf Atomanlagen und radioaktiv verseuchte Gebiete zu verhindern.
Beim verzweifelten Kampf zum Schutz der Atomanlagen kamen am Dienstag zwei Soldaten ums Leben. Sie starben bei Löscharbeiten unweit einer atomaren Forschungsanlage von Sarow, rund 500 Kilometer östlich von Moskau.
Das Feuer in Sarow wurde gelöscht. Die Zahl der Feuertoten erhöhte sich damit auf mindestens 54. Hilfsorganisationen gehen von deutlich mehr Opfern aus.
Sorge um Atomanlagen
Im ganzen Land blieb die Lage gespannt. Laut dem Katastrophenschutzministerium brachen 247 neue Brände aus. 239 bestehende Feuer wurden gelöscht, 557 Brände auf einer Fläche von mehr als 1700 Quadratkilometern seien weiter im Gange.
Dennoch gab die Behörde sich vorsichtig optimistisch. "Wir beobachten weiterhin eine positive Entwicklung beim Löschen der Waldbrände", teilte der Chef des Krisenzentrums innerhalb des Ministeriums, Wladimir Stepanow, mit.
Besondere Sorge bereiteten die Atomanlagen, neben Sarow auch der Forschungsreaktor von Sneschinsk im Ural sowie die Wiederaufbereitungsanlage Majak, in der Ural-Region Tscheljabinsk. Die Anlage Majak, unweit der Stadt Osjorsk, sei nicht in Gefahr, betonte eine Sprecherin. Dort war zuvor der Notstand verhängt worden.
Experten befürchten aber vor allem, dass die Waldbrände radioaktiv verseuchte Böden aufwirbeln und das Strahlengift in andere Regionen tragen könnten. Der staatliche Atomkonzern Rosatom warnte dagegen vor Panikmache.
Moskaus Bürgermeister muss sich erklären
Die toxischen Werte der Luft in der Hauptstadt Moskau verbesserten sich am Dienstag etwas. Die Kohlenmonoxidkonzentration war 1,4 Mal so hoch wie zulässig, wie die Umweltbehörde mitteilte. In den Vortagen war dieser Wert noch sechs Mal so hoch wie erlaubt gewesen.
Ministerpräsident Wladimir Putin, dessen Beliebtheit angesichts der Brandkatastrophe in Umfragen nachliess, bestellte Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow zu sich. Luschkow war scharf kritisiert worden, weil er trotz der Lage in Moskau seine Ferien fortgesetzt hatte. Luschkow wies die Verantwortung für den giftigen Smog in seiner Stadt seinen Kollegen in der Provinz zu.
Aufgrund der Brandkatastrophe wurde ungewöhnlich offene Kritik an Premier Putin geübt, der bei einem Besuch in Nischni Nowgorod von einer Gruppe Frauen verbal angegriffen worden war.

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SDA-ATS