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Silvesternacht 2015 vor dem Kölner Dom (Archiv)

KEYSTONE/EPA DPA/MARKUS BOEHM

(sda-ats)

Nach den massenhaften Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln sind mittlerweile rund die Hälfte der Verfahren gegen namentlich ermittelte Beschuldigte wieder eingestellt worden. Rechtskräftige verurteilt wurden bisher 18 Personen.

Während des Jahreswechsels waren in Köln Frauen massenhaft drangsaliert, ausgeraubt und sexuell bedrängt worden. Die juristische Aufarbeitung galt von Beginn an als schwierig - die Zustände auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof waren chaotisch. Oft konnten die Opfer die Täter zum Beispiel nicht mehr identifizieren.

Wie die Kölner Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, wurden bis zum 1. Dezember 333 Beschuldigte namentlich ermittelt und Verfahren gegen sie eingeleitet. Bei 87 von ihnen spielte der Vorwurf eines sexuellen Übergriffs eine Rolle.

Von den daraus resultierenden 267 Verfahren wurden 124 zwischenzeitlich aber wieder eingestellt - allein 80, weil sich laut Staatsanwaltschaft kein hinreichender Tatverdacht begründen liess. 29 Verfahren mussten zudem eingestellt werden, weil der Verdächtige nicht auffindbar war.

Über 1200 Strafanzeigen

Bis Dezember wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 1222 Strafanzeigen in dem Ermittlungskomplex bearbeitet, 513 davon beziehen sich auf den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs. Dazu zählen sexuelle Nötigungen, Vergewaltigungen und auch "sexuell motivierte" Beleidigungen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte seitdem gegen 35 Beschuldigte Anklage vor dem Amtsgericht Köln, vor allem wegen Eigentumsdelikten. 24 von ihnen seien bislang verurteilt worden, 18 davon rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft zählt aber auch noch 820 Ermittlungsverfahren, die gegen unbekannte Täter eingeleitet wurden, davon 372 wegen sexueller Übergriffe. Ein Grossteil dieser Verfahren sei mangels weiterer Ermittlungsansätze vorläufig eingestellt worden.

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SDA-ATS