Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Der Zickzack-Stuhl und der Rot-Blaue Stuhl sind Gerrit Rietvelds weltbekannte Design-Ikonen; Archtiekten kennen auch das Rietveld-Schröder-Haus. Dass sein Werk weit facettenreicher ist, zeigt eine Ausstellung im Vitra Design-Museum in Weil am Rhein (D) bei Basel.

Der 1888 in Utrecht geborene Rietveld war kein Formen-Schwafler, sondern echter Handwerker: Dass er wie sein Vater Schreiner war, lassen gekonnte Details wie der "Tischlerknoten" erkennen, einer stabilen Dübel-Verbindung von Holzteilen in drei Dimensionen - sie hält auch den berühmten Rot-Blauen Stuhl zusammen.

In der ab Auffahrt geöffneten Ausstellung ist dieser Stuhl auch ohne Rot-Blau, in Holz pur zu sehen: So entstand er 1918; die Farbe kam erst 1923 dran. Dass die an Mondrian erinnert, ist kein Zufall, tauschte sich der zeitlebens neugierige und experimentierfreudige Rietveld doch breit mit anderen Gestaltern und Architekten aus.

Do-it-Yourself-Urvater

Auch vom Zickzack-Stuhl sind mehrere Vorstufen und Entwürfe anderer Designer in Weil zu sehen. Dabei war dieser gemessen an Rietvelds Idee eines Sitzmöbels "aus einem Guss" eigentlich ein Misserfolg, weil es die nötige Technik noch nicht gab - erst Verner Pantons Freischwinger erfüllte diese Vorstellung in den 60er-Jahren.

Neben den beiden Stuhl-Ikonen zeigt das Museum rund 320 weitere Exponate, von Skizzen über Entwürfe und Modelle bis zu Unikaten und Serienmöbeln. Manches wurde nie Serie, so eine Flugzeugbestuhlung für Fokker oder ein Stuhl für die heimische Bahn - den Auftrag verlor er, weil er dem obligatorischen Nazi-Verein nicht beitreten wollte.

Auch weitere Ideen Rietvelds waren wie der Zickzack-Stuhl zu modern für seine Zeit; so setzten sich seine als Möbel fürs Volk gedachten minimalistischen Bausätze in den 30er- und 40er-Jahren nicht durch. Heute indes pilgert das Volk zu Ikea und baut seine Möbel selber zusammen. So gilt Rietveld denn auch als Do-it-Yourself-Urvater.

Neue Bau-Ideen

Profitiert hat er von seiner Beziehung zur vermögenden Witwe Truus Schröder, für die er sein erstes Haus baute. Sie brachte zahlreiche gute Ideen ein, und bei diesem Projekt eröffnete sich ihm in der Architektur ein faszinierendes Experimentierfeld. Und Schröders Vermögen erlaubte ihm auch in Krisenzeiten produktiv zu pröbeln.

Unrealisierte Vision blieb derweil ein modulares Kernhaus, um dessen Küche, Bad und Treppenhaus die übrigen Räume angebaut werden; diese Idee beschäftigte Rietveld von den 20er-Jahren bis zum Tod 1964. Bei Möbeln, Häusern wie im Städtebau interessierte ihn immer der Raum, respektive dessen Nutzung und Strukturierung.

Beeinflusst hat Rietveld diverse Designer und Architekten, beispielsweise Marcel Breuer. Nicht zuletzt machte er auch der Bauhaus-Bewegung starken Eindruck. Viele seiner damals radikalen Gestaltungs- und Konstruktionselemente sind heute Standard. Selber nannte Reitveld unter anderen Le Corbusier als Vorbild.

SDA-ATS