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Seitdem der Kurs des Euro zum Franken im Gefolge der Schuldenkrise gesunken ist, erhitzt der Einkaufstourismus die Gemüter. Der Detailhandel hat nun erstmals erheben lassen, wieviel die Schweizer tatsächlich bei den Shoppingtouren jenseits der Grenzen ausgeben.

Das Marktforschungsinstitut GfK hat im Auftrag der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz nach der Befragung von 4480 Konsumenten den Betrag von 8,9 Mrd. Fr. errechnet. Zum Vergleich: Der Schweizer Detailhandel kam im vergangenen Jahr auf Einnahmen von 96,8 Mrd. Franken.

Am meisten steuern die Schweizer das Ausland wegen Kleidern und Schuhen an: 2,6 Mrd. Fr. entfielen laut der am Freitag präsentierten Studie auf diese Warenkategorie. Angelockt vom tiefen Umtauschverhältnis des Euro zum Franken gaben die Einkaufstouristen weitere 1,95 Mrd. Fr. für Lebensmittel aus.

Für gezielte Shoppingtouren im Ausland - ein Viertel der Befragten unternimmt solche einmal im Monat - gaben die Konsumenten 4,5 Mrd. Fr. aus. Zählt man im Internet bestellte Artikel dazu, die vom Ausland aus versandt wurden, waren es 5,1 Mrd. Franken.

Zusammen mit Einkäufen während Ferien- und Geschäftsreisen türmt sich ein Betrag von 8,9 Mrd. Fr. auf. In der Umfrage nicht berücksichtigt waren Reisen, Restaurantbesuche, sonstige Dienstleistungen und Autokäufe.

Deutschland profitiert

Am meisten von den Schweizer Einkaufstouristen profitierte Deutschland, wohin 4,6 Mrd. Fr. flossen. Konstanz, Weil am Rhein und Waldshut waren die bevorzugten Ziele. 1,4 Mrd. Franken gaben die Schweizer in Frankreich aus, wo es sie vor allem nach Pontarlier, Ferney-Voltaire und Divonne-les-Bains zog.

In Italien, wo rund 800 Mio. Fr. ausgegeben wurden, lockten Orte wie Como, Ponte Tresa und Varese. In Österreich liessen die Schweizer Konsumenten rund 400 Mio. Fr. liegen, vor allem in Dornbirn. In allen anderen Ländern schliesslich gaben die Schweizer 1,1 Mrd. Fr. aus.

Wichtigste Gründe für den Einkauf im Ausland sind die Preise: 81 Prozent nannten günstigere Preise und 53 Prozent den Wechselkurs als Hauptanreiz. Für 41 Prozent zählt auch, dass sie die Mehrwertsteuer zurückerstattet bekommen. Andere Gründe für den Auslandseinkauf sind bestimmte Spezialitäten oder eine grössere Auswahl (je 33 Prozent) und die Ladenöffnungszeiten (24 Prozent).

Öffnungszeiten als Grund

Laut GfK-Detailhandelsexperte Thomas Hochreutener von GfK frönen alle Schichten und Einkommensklassen dem Einkaufstourismus. "Es fällt aber auf, dass man es häufiger tut, je näher man an der Grenze lebt", sagte er. Vom Vierwaldstättersee aus sei es wegen der weiten Strecke logischerweise weniger attraktiv, in ein grenznahes Einkaufszentrum zu fahren.

Unterschiede gibt es auch zwischen den Sprachregionen. In den Kantonen Genf, Waadt, Neuenburg und Jura gehen 31 Prozent einmal pro Monat gezielt ins Ausland. Damit übertreffen sie den Schweizer Durchschnitt.

Schweizermeister im Auslandshopping sind allerdings die Tessiner. 41 Prozent sagten, dass die mindestens einmal im Monat nach Italien gingen, um einzukaufen. "Das hat mit den Ladenöffnungszeiten zu tun, die im Tessin restriktiver sind", sagte Hochreutener. 55 Prozent der Tessiner gehen gemäss der Umfrage einmal im Monat zum Einkaufen nach Italien, weil dort die Geschäfte länger offen sind.

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SDA-ATS