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Drei Tage nach dem Zugunglück in Sachsen-Anhalt werden gegen den Lokführer des verunglückten Güterzuges schwere Vorwürfe laut: Gemäss einem Bericht des Verkehrsministeriums hat der Mann vor dem frontalen Zusammenstoss mit einem Regionalzug zwei Signale nicht beachtet.

Der Lokführer ignorierte ein Vorsignal, das ihn auf das nahende Hauptsignal hätte aufmerksam machen und zum Bremsen veranlassen müssen. Das wenig später folgende Hauptsignal, das den Lokführer endgültig zum Anhalten hätte bringen müssen, überfuhr er ebenfalls.

Daraufhin stiess der mit Kalk beladene Güterzug am Samstagabend auf der eingleisigen Strecke bei Hordorf mit dem Personenzug zusammen. Dessen Lokführer leitete noch eine Schnellbremsung ein und verhinderte damit offenbar eine noch grössere Katastrophe.

Der Fahrdienstleiter im Stellwerk hatte über Funk den Nothalt angeordnet, heisst es in dem Papier. Ob auch der Güterzug vor dem Unfall gebremst hat, muss noch ausgewertet werden. Bei dem Zusammenprall war der Personenzug von den Gleisen geschleudert worden.

Aus dem Bericht geht ferner hervor, dass bei der Überprüfung des Stellwerks festgestellt wurde, dass Weichen und Signale auf den Vorrang des Personenzugs gestellt waren. Am Güterzug seien keine technischen Mängel beobachtet worden.

Lokführer schweigt

Die Staatsanwaltschaft in Magdeburg zeigte sich erstaunt über den Bericht des Ministeriums. "Es befremdet uns ein wenig, dass Ergebnisse bekanntgegeben werden, die den Ermittlungsbehörden noch nicht vorliegen", sagte die Sprecherin.

Indizien deuteten aber darauf hin, "dass es so gewesen sein könnte". Gegen den Lokführer des Güterzugs wird unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Der 40-Jährige, der bei dem Unfall Prellungen und einen Schock erlitt, äusserte sich bisher nicht zu dem Geschehen. "Er hat den Status des Beschuldigten. Er muss sich nicht äussern", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Mit einem schnellen Ende der Ermittlungen sei nicht zu rechnen. Die Analyse der Fahrtenschreiber der Züge und weiterer Beweismaterialien könne Monate in Anspruch nehmen.

Die Strecke war nicht mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, das die Züge automatisch stoppt, wenn sie ein Haltesignal überfahren. Dieses System ist für die betroffene Bahnlinie erst ab März geplant.

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SDA-ATS