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Ein Darlehen von 500'000 Franken des Kantons Waadt an die Konkurs gegangene Swiss Space Systems (S3) war rechtens. (Archivbild)

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

(sda-ats)

Das Darlehen von 500'000 Franken des Kantons Waadt an das inzwischen in Konkurs geschickte Raumfahrtunternehmen Swiss Space Systems (S3) war rechtens. Das geht aus der Untersuchung der Waadtländer Finanzkontrolle hervor.

Mit den 500'000 Franken aus dem kantonalen Fonds zum Kampf gegen Arbeitslosigkeit wurden effektiv Mitarbeitende der S3 entschädigt. Die gesetzlichen Grundlagen wurden damit eingehalten, wie die Waadtländer Finanzkontrolle und die Kantonsregierung gemeinsam mitteilten.

Dennoch bleibt Verbesserungsbedarf. Die Regeln zur Verwendung des Fonds seien wenig bindend und liessen der Waadtländer Kantonsregierung viel Spielraum. Der Staatsrat will deshalb nun eine vertiefte Analyse vornehmen, um die richtigen Lehren aus dem Fall zu ziehen.

Das von der Waadtländer Kantonsregierung am 19. August 2015 gesprochene Darlehen hatte für Kritik gesorgt. Nach dem Konkurs des Raumfahrtunternehmens beantragte die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates eine Untersuchung durch die Finanzkontrolle.

Über dem Unternehmen Swiss Space Systems (S3) mit Sitz in Payerne hatten im vergangenen Dezember die Waadtländer Justizbehörden den Konkurs verhängt. Der Entscheid wurde Mitte Januar rechtskräftig, nachdem das Unternehmen einen Rekurs gegen den Entscheid zurückgezogen hatte.

Pleite statt Weltall-Revolution

Das von Pascal Jaussi gegründete Unternehmen war mit grossen Ambitionen gestartet und wollte die Lancierung von Minisatelliten ins Weltall revolutionieren. Den Transport hätte ein Shuttle übernehmen sollen, das zunächst auf dem Rücken eines Linienflugzeugs an Höhe gewonnen hätte.

Zudem wollte S3 Schwerelosigkeits-Flüge anbieten für Einzelpersonen. Das Unternehmen ging jedoch Pleite, bevor ein Flugzeug abheben konnte. Ein rätselhafter Brandanschlag auf Pascal Jaussi markierte das Ende des Raumfahrtunternehmens.

Brandanschlag inszeniert?

Der Gründer war Ende August 2016 mit Brandverletzungen im Gesicht, am Brustkorb und am Hals in einem Wald bei Aumont FR aufgefunden worden. Pascal Jaussi sprach von einem Anschlag auf seine Person. Die Freiburger Staatsanwaltschaft kam jedoch zu einem anderen Schluss.

Nach intensiven Ermittlungen, der Auswertung von Handy-Daten sowie der Befragung von rund 40 Personen geht sie von einer Inszenierung aus. Die Freiburger Staatsanwaltschaft kündigte deshalb im Januar 2017 an, gegen Jaussi wegen Irreführung der Rechtspflege und Urkundenfälschung zu ermitteln. Eine allfällige Anklageerhebung steht noch aus.

SDA-ATS