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Nach einem US-Drohnenangriff im Nordwesten Pakistans mit rund drei Dutzend Toten haben sich die Spannungen zwischen beiden Ländern deutlich verschärft. Die Regierung in Islamabad berief am Freitag US-Botschafter Cameron Munter ein.

Sie brachte dabei ihren Protest gegen den Luftschlag zum Ausdruck. Zudem kündigte die Regierung an, nicht mehr an einem trilateralen Treffen Ende März in Brüssel teilzunehmen, dass von den USA vorgeschlagen worden war und an dem auch afghanische Vertreter zugegen sein sollen.

Bei dem US-Angriff hatte ein unbemanntes US-Flugzeug am Donnerstag im Stammesgebiet Nord-Waziristan - einer Hochburg radikal-islamischer Aufständischer und Terroristen - mehrere Raketen abgeschossen.

Der pakistanische Armeechef Ashfaq Parvez Kayani verurteilte den Angriff. Eine Ratsversammlung friedlicher Bürger sei "unter völliger Missachtung menschlichen Lebens" angegriffen worden. Er sprach von einem "Verstoss gegen die Menschenrechte", der den Kampf gegen den Terrorismus erschwere.

Premierminister Yousuf Raza Gilani sagte, solche Angriffe auf Unschuldige "werden die radikalen und extremistischen Elemente nur stärken". Der Drohnenangriff dürfte die Beziehungen zwischen Islamabad und Washington weiter belasten.

Zivilisten statt Taliban

Zunächst hatten Geheimdienstmitarbeiter gesagt, Ziel sei ein Taliban-Treffen gewesen. Am Freitag hiess es dann, der Angriff habe einem Treffen zweier Stämme gegolten, die sich an die Taliban gewandt hatten, damit diese beim Streit um eine Chromeisen-Mine vermittelten.

Nach offiziellen Angaben waren 41 Menschen bei dem Raketenbeschuss getötet worden. Aus Geheimdienstkreisen hiess es am Freitag, bei dem Angriff seien demnach zwölf Taliban-Kämpfer und 24 Zivilisten ums Leben gekommen. Am Donnerstag war noch von 38 Toten die Rede gewesen.

Inoffiziell duldet die Regierung in Islamabad die amerikanischen Drohnenangriffe, die pakistanische Armee liefert in manchen Fällen Zielinformationen. Bei der Bevölkerung tragen die Angriffe zu der ausgeprägten amerikafeindlichen Stimmung im Land massgeblich bei.

Beziehungen belastet

Die Beziehungen zwischen Islamabad und Washington sind bereits wegen des Falls eines in Pakistan unter Mordverdacht stehenden CIA-Mitarbeiters schwer belastet. Die US-Regierung hatte die Freilassung des US-Staatsbürgers Raymond Davis gefordert, der Ende Januar unter ungeklärten Umständen zwei Einheimische erschossen hatte.

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SDA-ATS