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Trotz einer weiteren Abschussbewilligung konnte kein weiterer Jungwolf des Walliser Rudels erlegt werden. (Archivbild)

KEYSTONE/GRUPPE WOLF SCHWEIZ

(sda-ats)

Im Wallis ist trotz einer zweiten Abschussbewilligung kein weiterer Jungwolf geschossen worden. Die Regulationsfrist lief Ende März folgenlos ab, weil das Wolfsrudel sein ganzes Streifgebiet nutzte und sich von Siedlungen fernhielt.

Kurz vor Weihnachten war ein Jungwolf erlegt worden. Analysen ergaben, dass es sich um das Weibchen F22 handelte, wie der Kanton Wallis am Montag mitteilte. Weil drei weitere Jungtiere festgestellt wurden, dehnten die Walliser Behörden die Regulation des Rudels auf ein Jungtier aus.

Schonung für Elterntiere

"Bis Ende März ergab sich trotz eines enormen Aufwands der Berufswildhüter aber keine Situation, welche den Abschuss des zweiten Jungwolfes mit einer gewissen Sicherheit erlaubt hätte", teilte die Dienststelle für Jagd, Fischerei und und Wildtiere mit.

Gemäss der geltenden Gesetzgebung müssen die Elterntiere geschont werden. Diese sind jedoch bereits schwer zu unterscheiden vom Nachwuchs. Der warme Winter und der deshalb fehlende Schnee erlaubten es dem Rudel, sein gesamtes Streifgebiet zu nutzen. Gemäss den Wildhütern hielten sich die Wölfe vom Menschen fern und mieden die Siedlungsgebiete.

Im Rahmen der Beobachtungen wurde die Präsenz von Wölfen in den Bezirken Brig und Goms festgestellt, wie der Kanton Wallis anfügte. Noch sei unklar, ob es sich dabei um bereits abgewanderte Mitglieder des Wolfsrudels handelt.

Erneute Regulation im Herbst?

Der Kanton Wallis führt das Monitoring weiter, um allfälligen erneuten Wolf-Nachwuchs so früh wir möglich zu entdecken. Im Falle von Schäden könnte damit bereits zu Beginn des Herbstes eine erneute Regulation vorgenommen werden.

Das Walliser Wolfsrudel besteht damit weiterhin aus den Elterntieren M59 und F14 sowie den Jungtieren M72, F23 und F24. Die Abschussbewilligung war im Oberwallis vom Verein "Lebensraum ohne Grossraubtiere" begrüsst worden.

Die Umweltschutzorganisation WWF Schweiz zeigte sich hingegen "sehr enttäuscht" vom Entscheid. Die Umweltschützer bedauerten zudem, dass das Wallis keine Lehren ziehe aus dem Beispiel des Calanda-Rudels in Graubünden. Das dortige Rudel sei gut strukturiert und effizient in seinen Rissen, wodurch die Angriffe auf Nutztiere zurückgegangen seien.

SDA-ATS

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