Navigation

Wegen Brandgefahr symbolisches Feuer gegen zweite Gotthard-Röhre

Dieser Inhalt wurde am 08. August 2015 - 22:31 publiziert
(Keystone-SDA)

Ein Protestfeuer gegen die zweite Tunnelröhre durch den Gotthard hat am Samstag auf dem Gotthardpass wegen Waldbrandgefahr nur symbolisch brennen können. Rund 150 Menschen marschierten am Samstag zum Mahnfeuer, wie die Alpen-Initiative mitteilte.

Dieses Engagement zeige, dass besonders am Gotthard der Schutz des sensiblen Alpenraumes die Menschen bewege, hiess es in der Mitteilung vom frühen Samstagabend. Der Widerstand gegen die geplante zweite Röhre des Strassentunnels sei gross.

Zunächst wanderten die Teilnehmerinnen von Hospental UR auf den Gotthardpass. Dort begann am frühen Abend das offizielle Programm mit Kulinarischem und Ansprachen. Das symbolische Feuer sollte dann beim Einbruch der Dunkelheit "entfacht" werden.

Verzicht auf brennenden Holzstoss

Wegen der grossen Waldbrandgefahr im Tessin verzichtete die Alpen-Initiative allerdings darauf, gemäss der Tradition einen Holzstoss anzuzünden. Stattdessen wurde symbolisch "gefeuert", umrahmt von den Musikern Albin Brun und Marc Unternährer.

Seit 1988 wollen Umweltorganisationen mit Höhenfeuern im In- und Ausland an den kulturellen Reichtum des Alpenraums erinnern und vor der Zerstörung des sensiblen Ökosystems warnen.

In einer Umfrage von Mitte Juli im Auftrag des "SonntagsBlicks" war der Bau einer zweiten Tunnelröhre durch den Gotthard indes mehrheitsfähig. 70,8 Prozent der 1000 befragten Stimmberechtigten waren dafür, die Röhre durch den Berg zu bohren. 21,5 Prozent waren gegen diese Lösung.

Der Bundesrat und die Mehrheit des Parlaments wollen den neuen Strassentunnel, um die erste, 1980 eröffnete Röhre zu sanieren. Für das Projekt veranschlagt der Bundesrat 2,8 Milliarden Franken. Der neue Tunnel soll ab etwa 2020 gebaut werden. Anschliessend würde der bestehende gesperrt und saniert. Ab etwa 2030 sollen dann beide Tunnels je einspurig betrieben werden.

Gegen den Bau hatten die Parteien SP, Grüne und GLP sowie über 50 nationale, regionale und lokale Organisationen das Referendum ergriffen. Abgestimmt wird erst nach den eidgenössischen Wahlen vom Oktober.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen