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Die USA und Grossbritannien haben am Dienstag ihre Bürger zum sofortigen Verlassen des Jemen aufgerufen. Sie befürchten nach eigenen Angaben akut einen Anschlag islamistischer Terroristen auf westliche Einrichtungen in dem Land.

London zog das Personal seiner Botschaft in Sanaa vorübergehend ab. Die US-Luftwaffe flog nach Pentagon-Angaben am Morgen ebenfalls Botschaftsmitarbeiter aus Sanaa aus. London warnte zudem Reedereien vor Anschlägen auf Schiffe in der Region.

"Das US-Verteidigungsministerium hat weiterhin Personal im Jemen, um das Aussenministerium zu unterstützen und die Sicherheitslage zu beobachten", erläuterte Pentagon-Sprecher George Little in einer Mitteilung. Washington ordnete nur die Ausreise derjenigen Botschaftsmitarbeiter an, die nicht dringend benötigt werden.

Die deutsche Botschaft, die eigentlich am Dienstag wieder öffnen sollte, bleibt ebenfalls vorerst geschlossen, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte. Der Grund sei eine weiterhin kritische Einschätzung der Sicherheitslage.

Aus Sorge vor einem grossen Terroranschlag islamistischer Extremisten halten die USA und andere westliche Länder ihre diplomatischen Vertretungen im Jemen seit Sonntag geschlossen. Schon am Freitag hatten die USA eine weltweite Reisewarnung für ihre Bürger herausgegeben.

Das französische Aussenministerium wies am Dienstag darauf hin, dass Franzosen seit mehr als drei Jahren von einem Aufenthalt im Jemen abgeraten werde. Wegen der Sicherheitslage werde Franzosen empfohlen, das Land zu verlassen. Auch die UNO verstärkte ihre Sicherheitsvorkehrungen im Jemen.

Abgehörtes Telefonat

Die Reisewarnungen und die Schliessung von US-Vertretungen in vielen islamischen Ländern geht nach Medienberichten auf ein abgehörtes Telefonat zurück.

Darin soll Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri seinem aufstrebenden Regionalleiter im Jemen, Nasser al-Wahischi, befohlen haben, Angriffe gegen US-Einrichtungen auszuführen. Es sei um "etwas Grosses" gegangen, berichtete unter anderen der TV-Sender CBS.

Als erster möglicher Termin wurde laut "New York Times" der vergangene Sonntag ins Auge gefasst. Ein ranghoher US-Beamter sagte der Zeitung, dass die beiden Anführer in ihrem Gespräch ungewöhnlich spezifisch gewesen seien. Konkretes wurde aber nicht bekannt.

Jemen kritisiert Anweisungen

Jemens Aussenminister Abu-Bakr al-Kirbi kritisierte die Terror- und Reisewarnungen. Die Anweisungen seien zwar gut gemeint, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. "Aber in Wirklichkeit helfen sie den terroristischen Elementen, ihre Ziele zu erreichen." Der Jemen habe alle notwendigen Massnahmen ergriffen, um die ausländischen Vertretungen zu schützen.

Zuvor hatte das Oberste Sicherheitskomitee des Landes vor Angriffen der Al-Kaida während der Eid-al-Fitr-Feiertage gewarnt, die vom 8. bis 11. August dauern. Zugleich veröffentlichte die Behörde einen Steckbrief der 25 "meistgesuchten Terroristen", die angeblich Anschläge während der bevorstehenden Feiertage planten.

Vier Tote bei US-Drohnenangriff

Bei einem US-Drohnenangriff im Jemen wurden am Dienstag vier mutmassliche Extremisten aus dem Umfeld des Terrornetzes Al-Kaida getötet. Die von dem unbemannten Flugkörper abgefeuerte Rakete traf das Fahrzeug der vier Männer in der Provinz Marib, wie das jemenitische Webportal "Mareb Press" berichtete.

Die Drohnenattacke wurde etwa 200 Kilometer von der Hauptstadt Sanaa entfernt vorgenommen. In der mitteljemenitischen Provinz Marib sowie im Süden und Osten des Landes sind Kampfverbände der jemenitischen Al-Kaida aktiv.

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SDA-ATS