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Die Resistenz gegen antimikrobielle Substanzen wird zu einem immer grösseren Problem für die menschliche Gesundheit. Anlässlich des Weltgesundheitstages (7. April) schlägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm wegen des oft mangelhaften Einsatzes von Antibiotika.

"Die Welt ist daran, die Wirksamkeit ihrer Wundermedikamente zu verlieren", erklärte WHO-Direktorin Margaret Chan in einem Communiqué. Ohne wirksame Gegenmassnahmen werde die Welt künftig viele Infektionskrankheiten nicht mehr mit wirksamen Therapien bekämpfen können. Die Krankheiten würden deshalb wieder vermehrt tödlich enden.

Die WHO unterstreicht vor allem den mangelhaften Einsatz von Antibiotika. Wenn nämlich die Dosis zu schwach oder die Behandlungsdauer zu kurz ist, überleben die hartnäckigsten Keime und können sich wieder vermehren. Durch diese Auslese können schliesslich Bakterienstämme entstehen, denen manche Antibiotika gar nichts mehr anhaben können.

In Europa sterben laut Schätzungen jedes Jahr etwa 25'000 Menschen an resistenten Bakterien. Für die 53 Mitgliedsländer der WHO-Europaregion gibt es keine gemeinsame Statistik über die Todesfälle durch Antibiotikaresistenzen. Die Lage gilt aber in einigen osteuropäischen Regionen als "noch schlimmer" als etwa im EU-Raum oder der Schweiz.

Als Negativbeispiel nennt die WHO, dass Antibiotika in 14 von 21 osteuropäischen Ländern ohne ärztliches Rezept frei verkäuflich sind. Das würden unter anderem Landwirte nutzen, die ihren Tieren Antibiotika vorbeugend verabreichen.

Die WHO empfiehlt generell eine Reduktion des Einsatzes in der Tiermast. Rund die Hälfte aller weltweit produzierten antibiotischen Substanzen würden in der Landwirtschaft oder in der Tierzucht eingesetzt. Dabei könne die antimikrobielle Resistenz vom Tier auf den Menschen überspringen.

Zu einem wachsenden Problem für das Gesundheitswesen in vielen Ländern ist Resistenz der Tuberkuloseerreger. Im vergangenen Jahr wurden fast eine halbe Million Fälle von multiresistenter Tuberkulose diagnostiziert.

Betroffen sind bereits 69 Länder, wo insgesamt 150'000 Menschen an den Folgen dieser Form der Lungenkrankheit verstarben, wie Mario Raviglione, Chef der WHO-Abteilung für Tuberkulose, erklärte.

Zu einer immer grösseren Bedrohung werden aber auch die Resistenzen gegen die gängigen Anti-Malaria-Mittel. Nur noch sehr eingeschränkt wirksam ist die Behandlung mit Chloroquin. Doch auch bei den Medikamenten der Gruppe Sufadoxin-Pyrimethamin sind in vielen Malaria-Gebieten kaum noch wirksam. Auch hier bahnt sich ein Wettlauf an: Bereits nach kurzer Zeit zeigen sich auch bei den neusten Mitteln Resistenzen.

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SDA-ATS