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Wieder Massenproteste in Seoul gegen Südkoreas Präsidentin Park

In Südkoreas Hauptstadt demonstrieren Tausende gegen Präsidentin Park Geun-Hye. Mit Kerzen gingen die Menschen auf die Strasse und forderten den Rücktritt von Park.

KEYSTONE/EPA AFP POOL/JUNG YEON-JE / POOL

(sda-ats)

Erneut haben in Seoul zehntausende Menschen gegen die umstrittene südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye protestiert und ihren Rücktritt gefordert. Schon zum vierten Mal versammelten sich die Menschen am Samstag zu der wöchentlichen Kundgebung in der Hauptstadt.

Im Laufe des Tages wurden bis zu 500'000 Demonstranten erwartet. Viele hielten Schilder in den Händen, auf denen sie die in eine Korruptionsaffäre verstrickte Staatschefin dazu drängten, ihr Amt niederzulegen.

Die Polizei ging zwar von deutlich weniger Teilnehmern aus als die Organisatoren, das Sicherheitsaufgebot war aber trotzdem hoch. Busse und andere Grosseinsatzwagen der Polizei blockierten die Zufahrtsstrassen zum Präsidentenpalast.

Ausserdem bereiteten sich die Einsatzkräfte auf eine Gegendemonstration mit mehreren tausend Teilnehmern vor, die sie von den Park-Gegnern trennen wollten. Bisher verliefen die Proteste stets friedlich.

Sie soll sich schämen

"Park schämt sich einfach nicht für die Fehler, die sie und ihre Freundin gemacht haben", sagte etwa die 30-jährige Kim Myung Hee, die mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern zu der Kundgebung kam. "Sie muss gehen." Park steht seit Wochen unter Druck und hatte sich zuletzt öffentlich für ihre Verfehlungen entschuldigt, einen Rücktritt lehnt sie aber bislang ab.

Parks langjährige Freundin Choi Soon Sil soll ihre Beziehungen zu der Präsidentin dazu genutzt haben, um von südkoreanischen Unternehmen wie Samsung Spenden in Millionenhöhe für angeblich wohltätige Stiftungen einzutreiben, aus denen sie sich dann persönlich bereichert haben soll. Darüber hinaus wird Choi vorgeworfen, Einfluss auf Parks Regierungsarbeit genommen zu haben.

Choi sitzt mittlerweile wegen des Verdachts auf Betrug und Machtmissbrauch in Haft. Vor einigen Tagen wurden im Zusammenhang mit der Affäre auch zwei frühere enge Berater der Staatschefin verhört.

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