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Erneut sind in einer Textilfabrik in Bangladesch mehrere Arbeiter getötet worden. Bei einem Brand in einem Werk in Sripur am Rande der Hauptstadt Dhaka kamen in der Nacht zum Mittwoch je nach Quelle sieben bis zehn Menschen ums Leben.

Auslöser des Feuers war Augenzeugen zufolge eine defekte Strickmaschine. Die Kampagne für Saubere Kleidung rief die internationalen Kunden der Fabrik auf, Entschädigungen zu zahlen. Die Feuerwehr kämpfte die ganze Nacht über gegen den Brand.

Am Morgen war das Feuer in dem zweistöckigen Gebäude nach Angaben der Polizei unter Kontrolle. Sieben Leichen seien gefunden worden, nur zwei konnten zunächst identifiziert werden, wie der örtliche Polizeichef Amir Hossain der französischen Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) sprach sogar von bis zu zehn Toten und 50 Verletzten. Die deutsche Nachrichtenagentur dpa hatte ihrerseits von neun Toten berichtet.

"Kleine Brände" waren grossem Feuer vorausgegangen

In der Fabrik Aswad Knit Composite arbeiten rund 3000 Menschen - die meisten von ihnen waren schon nach Hause gegangen, als das Feuer ausbrach. Nach Angaben von Arbeitern war die Strickmaschine, die das Feuer auslöste, in der Vergangenheit schon mehrfach in Brand geraten.

Es habe schon einige "kleine Brände" gegeben, sagte der Arbeiter Mohammad Abu Saan. "Wir konnten sie aber löschen." Diesmal sei das Feuer jedoch zu gross gewesen. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben erst nach einer Stunde am Unglücksort. Weil es in der Gegend nur wenig Wasser gebe, sei es zudem schwierig gewesen, das Feuer zu löschen.

Fabrik produzierte offenbar für H&M, GAP, Carrefour und Walmart

Ein AFP-Korrespondent, der vor Ort Auftragsbücher von September einsehen konnte, berichtete, dass die Fabrik unter anderem für die Textilketten H&M und GAP sowie die französische Supermarktkette Carrefour produziert hatte. Alle drei Unternehmen erklärten, sie hätten einen Vertrag mit dem Aswad-Mutterkonzern Palmal, einer der grössten Textilfabrikanten des Landes.

Carrefour kondolierte den Familien der Opfer. Das Unternehmen spreche mit seinen Partnern im Brandschutzabkommen, "um Konsequenzen zu ziehen", hiess es in einer Mitteilung. H&M erklärte, nur eine indirekte Geschäftsbeziehung mit dem Werk gehabt zu haben. Das Unternehmen sei trotzdem "zutiefst erschüttert" über das Unglück.

Die Kampagne für Saubere Kleidung erklärte, die Fabrik habe vor allem für die US-Supermarktkette Walmart produziert.

Immer wieder Unglücke in Bangladeschs Textilfabriken

Die Sicherheitsstandards in den Textilfabriken von Bangladesch sind bekanntermassen schlecht, immer wieder gibt es Feuer und andere Unglücke. Im November waren bei einem Brand in einer Fabrik in Dhaka 111 Arbeiter getötet worden.

Beim Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza im April waren gar mehr als 1100 Menschen ums Leben gekommen, es war das schwerste Industrieunglück in der Geschichte des Landes. Seitdem protestieren Textilarbeiter immer wieder gegen ihre Arbeitsbedingungen sowie die Niedrigstlöhne.

Bangladesch ist nach China der zweitgrösste Produzent von Textilien weltweit. Die rund 4500 Fabriken produzieren rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Deren Wert beläuft sich auf knapp 25 Milliarden Franken jährlich.

SDA-ATS