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Wirtschaftsprofessor Aymo Brunetti lobt Nationalbank-Interventionen

Aymo Brunetti bei einer Medienkonferenz im Dezember 2014. Der Wirtschaftsprofessor aus Bern sieht wegen der anstehenden Wahlen in europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich ein Risiko, dass sich der Franken aufwerten könnte. (Archivbild)

KEYSTONE/PETER KLAUNZER

(sda-ats)

Dass die Schweizer Wirtschaft sich trotz starkem Franken gut hält, ist laut dem Berner Volkwirtschaftsprofessor Aymo Brunetti auch der Geldpolitik der Nationalbank zu verdanken. Die "kontrollierte" Aufwertung habe den Unternehmen Planungssicherheit gegeben.

Nach dem Schock der Mindestkurs-Aufhebung im Januar 2015 sei es "bemerkenswert, dass das Land nicht in eine Rezession geriet und die Exporte nicht deutlicher einbrachen", sagte Brunetti in einem Interview, das am Freitag in der "Basler Zeitung" und der "Luzerner Zeitung" erschien. Die Schweizer Wirtschaft habe sich erstaunlich widerstandsfähig gezeigt.

"Ein entscheidender Punkt war wohl, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) auch ohne deklarierte Untergrenze weiterhin entschieden gegen eine übermässige Aufwertung des Frankens ankämpfte", sagte er weiter. Dies sei für die Planungssicherheit der Unternehmen extrem wichtig gewesen. "Trotzdem hat sich der Strukturwandel im Exportsektor nochmals spürbar beschleunigt."

Entwarnung für die Frankenstärke will der frühere Chefökonom des Staatssekretariats für Wirtschaft aber nicht geben. Er sehe ein Risiko, dass es im kommenden Jahr in der Eurozone wieder unruhiger werden könnte. "Das würde dem Franken wieder Auftrieb geben", sagte er. Beunruhigt zeigte er sich wegen der anstehenden Wahlen in verschiedenen europäischen Ländern.

Abwarten bei Personenfreizügigkeit

Befürwortend äussert sich Brunetti zur eben beschlossenen Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative mittels eines "Inländervorranges light". Damit werde die Initiative zwar "nicht wirklich umgesetzt, aber es ist ein erster Schritt, um die starke Zuwanderung einzudämmen", sagte er.

Der Ökonom zeigt sich überzeugt, dass "die Personenfreizügigkeit der EU in ihrer heutigen Form die nächsten fünf bis zehn Jahre nicht überleben" werde. In dieser Situation sollte die Schweiz aus seiner Sicht abwarten und "nachziehen, sobald in anderen EU-Ländern die Personenfreizügigkeit aufgeweicht wird".

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