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WWF und Pro Natura fühlen sich zu Unrecht als Verhinderer von Wasserkraftwerken an den Pranger gestellt. Der Umweltverband setze sich lediglich dafür ein, dass Gewässerschutz und Wassernutzung ins Gleichgewicht gebracht werden.

Bei insgesamt rund 800 Projekten in den vergangenen drei Jahren haben WWF und Pro Natura 43 Einsprachen eingelegt "und nicht 500 wie es in einigen Medien hiess", sagte Dani Heusser, Wasserexperte des WWF Schweiz am Donnerstag in Zürich. Lediglich fünf davon landeten schliesslich vor Gericht.

Die meisten Projekte würden trotz Einsprache realisiert, aber eben in umweltverträglicherer Form. Die Umweltverbände sorgten nur dafür, dass bestehende Gesetze auch eingehalten werden.

Erneuerbar ist nicht automatisch ökologisch

Strom aus erneuerbaren Energien sei nicht automatisch ökologisch, weil für fast jede Form der Energiegewinnung ein Eingriff in die Natur notwendig ist. Bei Solaranlagen auf überbaubaren Flächen sei dieser gering, beim Bau von Wasserkraftwerken dagegen, seien umfangreiche Begleitmassnahmen notwendig, damit tatsächlich Ökostrom produziert werden könne, so der WWF.

Insgesamt sei das Potenzial für den weiteren Ausbau von Wasserkraft beschränkt. "Die Zitrone ist nahezu ausgepresst," sagte Rico Kessler von Pro Natura. Heute würden bereits 95 Prozent der ökologisch und wirtschaftlich erschliessbaren Wasserkraft genutzt.

Ein weiterer Ausbau dürfe nur im Einklang mit der gewässerökologischen Nachhaltigkeit und der Erhaltung der Artenvielfalt geschehen. Allerdings habe der Bund mit der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) einen Boom ausgelöst, so dass sich heute mehrere hundert Kleinwasserkraftwerke in der Planung befänden.

Der WWF hat Daten von rund 800 solcher Projekte ausgewertet und geprüft, wo Kleinwasserkraftwerke gebaut werden könnten. Danach wären rund 560 Standorte möglich, bei 122 bestehen noch Unklarheiten und 143 Standorte sind nicht geeignet.

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SDA-ATS