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Der FC Münsingen hat das grosse Los gezogen. YB verschiebt sich für den Cup-Achtelfinal vom Mittwoch 15 Kilometer südostwärts nach Münsingen. Chancenlos wird der Erstligist nicht sein. Im Gegenteil.

Rund um den Hauptplatz der Sportanlage Sandreutenen an der Autobahn Bern - Thun werden sich die Zuschauer in dichten Reihen drängen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie in der Aaretal-Metropole Münsingen eine Überraschung erleben werden, ist nicht klein. Die Statistik beweist es.

Kein anderer Klub aus dem Inventar der Super League ist so geübt darin, gegen Unterklassige aus dem Cup auszuscheiden, wie die Young Boys. Das chronische Scheitern im K.o.-Wettbewerb ist für einen Verein mit grossen Mitteln und hohen Ambitionen fast schon tragisch.

Seit 2006/07 schieden die Berner in sieben der elf Saisons gegen Mannschaften aus tieferen Ligen aus, unter anderem je zweimal gegen die Challenge-League-Teams Wil und Winterthur. Ab 2011/12 mussten sie in vier Saisons in Folge Hohn und Spott über sich ergehen lassen. Seit 2006/07 scheiterten sie in der Regel spätestens in den Viertelfinals. Die einzige Ausnahme war die Saisons 2008/09, in der sie den Final erreichten, den sie gegen Sion nach einer 2:0-Führung 2:3 verloren.

Wie lässt sich die permanente Erfolglosigkeit begründen? Rationale Erklärungen findet man kaum. Es ist vermutlich ein Phänomen. Wie konnte der FC Sion über sechs Jahrzehnte mit den verschiedensten Kadern, den verschiedensten Trainern und sogar den verschiedensten Präsidenten 13 Cupfinals ohne Ausnahme gewinnen? In den vergangenen elf Jahren wechselte auch das Kader der Young Boys mehrmals praktisch vollständig. Die Trainer hiessen Martin Andermatt, Vladimir Petkovic, Christian Gross, Martin Rueda, Uli Forte und Adi Hütter. Keiner von ihnen konnte das wiederkehrende Unheil im Cup abwenden. Den Tiefpunkt erlebte Uli Forte. Er hatte die Verantwortung, als sich YB im Herbst 2014 in den Sechzehntelfinals beim interregionalen Zweitligisten Buochs mit 0:1 blamierte. Heute sind von der Berner Formation in jenem Match nur noch Steve von Bergen, Sékou Sanogo und Guillaume Hoarau als potentielle Fixstarter im Kader.

Will man den Young Boys in ihrem dauerhaft problematischen Umgang mit den Kleinen etwas zugutehalten, dann dies, dass sie in der untersuchten Zeitspanne noch mit jedem Erstligaklub fertig geworden sind. Die Münsinger könnten die Lücke schliessen.

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SDA-ATS