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Nach dem verheerenden Erdbeben in Neuseeland haben sich Gläubige am Sonntag in Christchurch zu Gedenkgottesdiensten für die Opfer der Naturkatastrophe versammelt. Die Kirchen der Stadt gehören zu den vom Beben am stärksten betroffenen Gebäuden.

Vor der beschädigten Kirche St. Barnabas feierten Gemeindemitglieder eine Messe unter freiem Himmel. "(Diese Stadt) heisst nicht umsonst Christchurch", sagte Pfarrer Philip Robinson. "Wir werden wieder auferstehen."

Nach dem Ende der Messe versammelten sich die Gläubigen auf dem Rasen der Kirche zu einem Trauermahl. Auch vor etlichen anderen Kirchen und einer Bibliothek wurden Freiluftmessen abgehalten.

147 Todesopfer

Die berühmte Kathedrale von Christchurch wurde bei dem Erdstoss der Stärke 6,3 am vergangenen Dienstag stark beschädigt. In den Trümmern der Kirche vermuten Rettungsmannschaften die Leichen von bis zu 22 Menschen. Die Zahl der Todesopfer war bis Sonntag nach offiziellen Angaben auf 147 gestiegen. Die Behörden gingen davon aus, dass sich die Zahl der Toten noch deutlich erhöhen wird.

"Während unsere Bürger sich an diesem Sonntag auf den Weg zu den Kirchen machen, werden sie von Millionen Gebeten aus der ganzen Welt begleitet", sagte Bürgermeister Bob Parker. "In diesem Moment werden wir durch die Gedanken und Gebeten so vieler Menschen getröstet."

Maori segnen Geister der Verstorbenen

Vor der Kathedrale versammelten sich auch die Mitglieder der Volksgruppe der Maori. Bei einer traditionellen Zeremonie segneten sie die Geister der Verstorbenen, die unter den Trümmern vermutet werden.

Unterdessen gaben die Behörden die Hoffnung auf, noch Überlebende zu finden. Die Bergungsteams seien jedoch nach wie vor aktiv, erklärte Jim Stuart-Black, Koordinator der Rettungsarbeiten. So werde "an allen möglichen Orten nach Überlebenden gesucht." Man sei nun in eine Phase der Rettungsarbeiten eingetreten, in der man nur noch auf Wunder hoffen könne, sagte er.

In Christchurch muss nach dem verheerenden Erdbeben nun mindestens ein Drittel aller Gebäude in der Innenstadt abgerissen werden. Das gesamte Gebiet werde vermutlich monatelang nicht genutzt werden können, erklärten Ingenieure am Samstag. Ministerpräsident John Key nannte den Erdstoss die möglicherweise schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Neuseelands.

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SDA-ATS