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Zehntausende Ägypter verschiedener politischer Strömungen sind am Freitag auf dem Tahrir-Platz in Kairo zur grössten Demonstration seit mehreren Monaten zusammengekommen. Sie forderten den herrschenden Hohen Militärrat zur Machtübergabe an eine zivile Regierung auf.

"Nieder mit der Militärherrschaft", ertönte die Forderung aus den Reihen der Demonstranten. Auf Bannern forderten sie zudem, ehemaligen Mitglieder des Regimes um den gestürzten Präsidenten Husni Mubarak die Teilnahme an der anstehenden Präsidentschaftswahl im Mai zu verwehren.

Zum Protest fanden sich Anhänger rivalisierender Organisationen und Parteien ein, unter ihnen Islamisten und Jugendgruppen. Diese hatten sich in den vergangenen Monaten untereinander erbitterte Auseinandersetzungen geliefert.

Seit dem Sturz des ehemaligen Machthabers Mubarak vor mehr als einem Jahr herrscht in Ägypten politisches Chaos. Dem Militärrat, der das Land übergangsweise regiert, hängt der Vorwurf an, er profitiere von den Wirren und wolle so an der Macht bleiben.

Die weltlich-liberalen Jugendgruppen verlangen, dass alle Fraktionen sich auf einen Kandidaten der Revolutionsbewegung einigen. Sie fordern zudem von den Muslimbrüdern eine Entschuldigung, weil sie das vergangene Jahr über den Militärrat gewähren liess.

Die Muslimbruderschaft, die stärkste Partei des Landes, hielt sich bisher mit ihrer Kritik am Militärrat zurück. Jedoch schloss eine von den Militärs einberufene Wahlkommission ihren Präsidentschaftskandidaten sowie neun weitere Kandidaten in der vergangenen Woche von der kommenden Wahl aus.

Auch ultraorthodoxe Salafisten dabei

Als dritte Kraft nahmen am Freitag auch ultrakonservative Salafisten an den Protesten auf dem Tahrir-Platz teil, eine muslimische Strömung, die radikalere religiöse Ansichten als die Bruderschaft vertritt. Auch sie sind wegen des Verbots der Teilnahme ihres Kandidaten an der Präsidentschaftswahl aufgebracht.

Die Wahl ist für den 23. bis 24. Mai angesetzt. Am 21. Juni soll dann der neue Präsident bekannt gegeben werden. Der Militärrat soll seine Macht bis zum Juli an das bereits gewählte Parlament und den zu wählenden Präsidenten übertragen.

Kürzlich hatte der Militärrat allerdings mit einer Verschiebung des Termins für die Präsidentschaftswahl gedroht, falls es vor der Wahl keine neue Verfassung geben sollte. Im März hatte ein Gericht die Verfassungsgebende Versammlung aufgelöst, nachdem sich Liberale, moderate Muslime und die koptische Kirche aus Protest gegen die islamistische Dominanz in der Versammlung zurückgezogen hatten.

SDA-ATS