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Zeitung: Papst will bei Aufklärung von Mord an Aldo Moro helfen

Papst Franziskus will einem Zeitungsbericht zufolge bei der Aufklärung des Mordes an dem früheren italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro helfen.

Der Papst habe Erzbischof Antonio Mennini die Erlaubnis erteilt, vor einer parlamentarischen Untersuchungskommission zum Mord an Moro auszusagen.

Das berichtete der "Corriere della Sera" am Samstag. Der frühere Regierungschef und christdemokratische Spitzenpolitiker Moro war 1978 von den linksextremen Roten Brigaden entführt und nach wochenlanger Geiselhaft ermordet worden.

Mennini soll Moro damals angeblich seine letzte Beichte abgenommen haben. Ausserdem fungierte er als Mittelsmann zwischen den Roten Brigaden und Papst Paul VI., der sich für Moros Freilassung eingesetzt hatte.

Mennini, der heute Vatikanbotschafter in Grossbritannien ist, war wegen seiner diplomatischen Immunität bei früheren Untersuchungen nicht befragt worden. Nun soll er dem Zeitungsbericht zufolge am Montag vor dem Untersuchungsausschuss aussagen. Der Vatikan wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren.

Der Ausschussvorsitzende Giuseppe Fioroni verspricht sich viel von Menninis Aussage. Er habe Moro "spirituell am nächsten gestanden", sagte er dem "Corriere della Sera". Mennini könne nicht nur über seine eigene Rolle in dem Fall und seine Kontakte berichten, sondern auch über die fehlgeschlagenen Bemühungen von Papst Paul VI.

Hintergründe nicht aufgeklärt

Die Roten Brigaden werden für fast 15'000 Anschläge in den 70er und 80er Jahren verantwortlich gemacht. In den "bleiernen Jahren" kamen in Italien mehr als 400 Menschen bei Attentaten ums Leben.

Die Hintergründe des Mordes an Moro sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt. In Italien kursieren seit langem zahlreiche Verschwörungstheorien, wonach ausländische Geheimdienste, die Mafia oder der damalige Ministerpräsident Giulio Andreotti in die Tat verwickelt gewesen sein sollen.

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