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Es sind Szenen wie in einem Katastrophenfilm: Ein Erdbeben zerstörte Teile Japans. Es folgte ein Tsunami. In einem Atomkraftwerk begann zugleich ein Wettlauf gegen die Zeit, denn es drohte eine Kernschmelze und damit eine weitere Katastrophe.

Das Desaster nahm am Freitag gegen 14.45 Uhr Ortszeit (6.45 Uhr MEZ) seinen Lauf. Das Zentrum des Bebens mit einer Stärke von 8,8 oder 8,9 lag 24,4 Kilometer unter dem Meeresboden, 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio.

Es war das stärkste Erdbeben in Japan seit Beginn der Aufzeichnungen vor 140 Jahren und Wissenschaftlern zufolge weltweit das fünftstärkste, das je gemessen wurde.

Atomarer GAU droht

Elf Atomkraftwerke schalteten automatisch ab. Dennoch drohte von dort eine grosse Gefahr; die Regierung rief erstmals in der Geschichte Japans Atomalarm aus. Der Grund: Beim Reaktor Fukushima fiel nach dem Beben der Strom aus. Die Notstromgeneratoren wiederum wurden vom Tsunami zerstört.

Deshalb konnte einer der Reaktorbehälter nur mittels Batteriebetrieb gekühlt werden. Die Batterien reichen jedoch nur für einige Stunden.

Die Gefahr einer Kernschmelze und möglicherweise einer Explosion stieg und damit die Gefahr, dass es in Fukushima zu einem GAU (grösster anzunehmender Unfall) kommen könnte. Die Regierung ordnete die Evakuierung tausender Anwohner an.

Grosse Schäden - viele Tote

Das Ausmass der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe wurde allmählich sichtbar: Allein in der Hafenstadt Sendai wurden gemäss der Polizei 200 bis 300 Leichen gezählt. In der Stadt Kesennuma und Umgebung in Miyagi brachen gemäss dem Innenministerium etwa 100 Brände aus. Zudem brannten eine petrochemische Fabrik in Sendai und eine Ölraffinerie bei Tokio.

Auch Tokio bekam das Hauptbeben und die zahlreichen Nachbeben zu spüren: das Telefonnetz brach vorübergehend zusammen; die U-Bahn wurde geschlossen genauso wie Flughäfen. In Japan verbrachten viele Menschen die erste Nacht nach dem Beben im Dunkeln: Gemäss der Agentur Kyodo waren etwa acht Millionen Haushalte ohne Strom, viele davon auch ohne Wasser oder Gas. Ständig wurden die Menschen durch Nachbeben aufgeschreckt.

Tsunami an anderen Küsten

Der Tsunami versetzte auch die Bewohner an den Küsten rund um den Pazifik in Angst. In etwa 50 Ländern - von Alaska bis Chile, von Russland bis Indonesien - wurden Tsunami-Warnungen ausgegeben. Vielerorts stieg der Meeresspiegel jedoch nur um wenige Zentimeter.

Allerdings trafen zwei Meter hohe Wellen die US-Pazifikinseln Hawaii. In Südamerika wurde die Flutwelle in der Nacht zum Samstag (MEZ) erwartet. Im Ecuador und Chile wurden Menschen an den Küsten und auf vorgelagerten Insel in höher gelegene Gebiete gebracht. Auf den zu Ecuador gehörenden Galapagos-Inseln wurden auch zahlreiche Tiere, darunter die einzigartigen Riesenschildkröten, in Sicherheit gebracht.

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SDA-ATS