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Hans J.Bär war vieles: Bankier, Mäzen, ein Mann von Welt. Am Montagnachmittag ist er 83-jährig verstorben. Bekannte trauern um einen ausserordentlich vielseitig begabten Freund, die Branche um einen Könner und Provokateur, die Schweiz um eine prägend-unkonventionelle Figur.

"Mich hat vor allem seine Vielseitigkeit fasziniert", sagt Gerhard Schwarz, Direktor von Avenir Suisse und früherer Wirtschaftschef der "Neuen Zürcher Zeitung". Schwarz war zudem Mitglied im Stiftungsrat in der von Bär gegründeten Bär-Kälin-Stiftung.

In Zürich geboren, studierte Bär in den USA Ökonomie, wurde zudem Ingenieur und trat 1974 in die sich damals noch im Familienbesitz befindende Bank Julius Bär ein.

In den letzten drei Jahren bis zu seiner Pensionierung 1996 war er Präsident des Verwaltungsrats - in dieser Funktion waltet heute sein Sohn Rayomond Bär. Hans J. Bär hinterlässt zudem eine Tochter.

Zu den Meilensteinen seines Schaffens zählten aus Sicht der Bank der Börsengang des Finanzinstitutes sowie die Eröffnung von Niederlassungen in New York und London.

Politisches Geschick

Hans J.Bär habe zudem mit viel politischem Geschick als Mitglied der Volcker-Kommission dazu beigetragen, dass die Schweiz einen Ausweg aus der Krise im Zusammenhang mit den Holocaust-Geldern und nachrichtenlosen Vermögen fand, heisst es im Nachruf der Bank weiter.

Bär mochte Feste und Feierlichkeiten. Und er war äusserst grosszügig. So kennt man ihn auch als Philantroph und Mäzen. Beispielsweise präsidierte er von 1982 bis 1992 die Tonhalle-Gesellschaft Zürich und war Gründerpräsident der Zürcher Festspiele.

"Daran ist in erster Linie meine Erziehung schuld", begründete er selbst vor einigen Jahren seine Leidenschaft für Kunst in einem Interview mit dem "NZZ Folio". "In meinem Elternhaus verkehrten vor allem Künstler und Wissenschafter."

"Seid umschlungen, Millionen"

Nicht bei allen auf Gegenliebe gestossen ist Bär 2004 mit seinem Buch "Seid umschlungen, Millionen. Ein Leben zwischen Pearl Harbor und Ground Zero". In seinen Memoiren ging er mit der Branche hart ins Gericht: Boni und Abfindungen bezeichnete er als Exzesse, die man als Aufforderung zum Klassenkampf interpretieren könnte. Von Gier und unethischem Verhalten war da die Rede. Und vom Bankgeheimnis als defensives Instrument, das die Schweiz vom allgemeinen Wettbewerb verschone. "Es macht uns fett und impotent", zitierte Bär Winston Churchill.

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SDA-ATS