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Der Rohbau der Kunsthaus-Erweiterung in Zürich ist fertig. Noch ist nicht viel zu sehen, die Dimension und die Proportionen des Gebäudes lassen sich anlässlich der "Aufrichte" allerdings bereits erleben.

KEYSTONE/MELANIE DUCHENE

(sda-ats)

Der Bau der Erweiterung des Zürcher Kunsthauses verläuft nach Plan: Nach heutigem Stand soll einerseits der Kredit von 206 Millionen Franken und andererseits die Fertigstellung im Jahr 2020 eingehalten werden können.

Dies sagte der Zürcher Stadtrat André Odermatt (SP) am Dienstag anlässlich der "Aufrichte" des Erweiterungsbaus. Die "Aufrichte" ist für die Bauherrschaft - die Stadt Zürich, die Zürcher Kunstgesellschaft und die Stiftung Zürcher Kunsthaus zusammengeschlossen in der Einfachen Gesellschaft Kunsthaus-Erweiterung (EGKE) - der wichtigste Meilenstein zwischen Grundsteinlegung und Eröffnung.

Odermatt sprach von einem bedeutungsvollen Projekt für die Stadt und das Kunsthaus. "Das Kunsthaus gewinnt massiv an Attraktivität und wird zum Must-see", sagte er. Die Rämistrasse solle zur Bildungs- und Kulturmeile werden und das Kunsthaus das Tor zum Hochschulgebiet.

Nachdem nun der Rohbau fertig ist, wird als nächster Schritt die Fassade mit Naturstein verkleidet sowie mit dem Innenausbau und der Wärmedämmung begonnen. Zudem wird der Fenstereinbau fortgesetzt, wie Wiebke Rösler Häfliger, Direktorin Amt für Hochbauten, sagte.

Sie sprach von einem ökologischen Bau, der durch "Funktionalität im Innern" besticht, sowie einem durchdachten Konzept des Architekten David Chipperfields. Weiter lobte sie die räumlichen Qualitäten, die Materialisierung sowie die "sehr grosse Eingangshalle", die den Heimplatz mit dem öffentlich zugänglichen Garten der Kunst führt.

Ausserdem wies sie auf den sehr komplexen Baubetrieb hin - vor allem wegen den engen Platzverhältnisse. Die anspruchsvolle Baustellenlogistik zeigt sich beispielsweise bei Materialanlieferungen und der Koordination. "Zu Spitzenzeiten sind bis zu 120 Bauarbeiter gleichzeitig am Werk", sagte sie.

Barbetrieb und Festsaal

Kunsthaus-Direktor Christoph Becker erklärte unter anderem das Innenleben des Erweiterungsbaus. So seien die Räume "sehr grosszügig durchfenstert", das Kunsthaus sei ein Tageslicht-Museum. Die grossen Fenster werden durch Oberlicht im obersten Stock und einer LED-Beleuchtung ergänzt.

Zudem soll das neue Kunsthaus Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen anlocken. So gibt es im Erdgeschoss einen Bar- und Shopbetrieb sowie einen grossen Festsaal, die laut Becker auch ausserhalb der Museumsöffnungszeiten genutzt werden können. Und es gibt mehr Raum für die Interaktion zwischen Kunst und Publikum.

Ausserdem wird die Sammlung E. G. Bührle mit der Eröffnung der Erweiterung ins Kunsthaus Zürich ziehen. Damit wird diese Sammlung - bekannt insbesondere für ihre Meisterwerke des französischen Impressionismus - einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Rekurs verzögert Bau

Ursprünglich hätte der Erweiterungsbau bereits im Jahr 2017 eröffnet werden sollen, nachdem das Zürcher Stimmvolk im November 2012 grünes Licht für das Projekt gab. Ein Rekurs der Luzerner Stiftung Archicultura führte jedoch zu einer Verzögerung und zu zusätzlichen Kosten in Höhe von rund 2 Millionen Franken.

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SDA-ATS