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Im grössten Kokainfall der Schweizer Justizgeschichte hat das Zürcher Obergericht am Montag das Urteil gegen zwei Drogenhändler gefällt: Die beiden angeklagten Schmuggler wurden zu zwölf und acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Obergericht bestätigte damit ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom September 2010. Auch dieses verurteilte den heute 40-jährigen Importeur aus Italien zu zwölf Jahren und den heute 54-jährigen Schweizer Kaufmann zu acht Jahren Freiheitsstrafe.

Beide wurden des Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz und der Geldwäscherei schuldig gesprochen. Dies sei ein Drogenfall, der die Dimensionen sprenge, sagte der Gerichtsvorsitzende bei der Urteilseröffnung.

Die beiden Verurteilten hatten von Ende 2004 bis November 2005 insgesamt 675 Kilogramm Kokain in die Schweiz geschmuggelt. Die Drogen wurden jeweils per Seeweg von Kolumbien nach Belgien gebracht, dort in Lastwagen verladen und schliesslich ins Zollfreilager Embrach ZH gefahren. Von dort aus wurde der Stoff an zahlreiche Händler weitergeleitet.

Kompost-Firma schöpfte Verdacht

Versteckt wurde das Kokain jeweils in den Böden von Bananenkisten. Doch die Bananen wurden den beiden Angeklagten zum Verhängnis: Aufgeflogen war der Handel, weil einer Kompost-Firma im Jahr auffiel, dass jemand tonnenweise einwandfreie Bananen entsorgte.

Den Angeklagten selber kam die Polizei jedoch erst drei Jahre später auf die Spur, als der Italiener auf eigene Faust die relativ kleine Menge von acht Kilogramm Kokain importieren wollte. Er wurde verhaftet und verpfiff schliesslich seinen Komplizen, der mit seiner Firma jeweils offiziell die Bananen abkaufte.

Die beiden Verurteilten waren jedoch nicht selbständig, sondern Mitglieder einer Bande, deren Kopf ein Südamerikaner mit dem Übernamen "Dottore" war. Er bezahlte den beiden für ihre Dienste je über 300'000 Franken.

Auftraggeber "Dottore" ebenfalls verhaftet

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden keineswegs nur kleine Fische oder Handlanger waren. Sie hätten nicht nur Befehle ausgeführt, sondern seien im mittleren Segment der Organisation anzusiedeln, sagte der Gerichtsvorsitzende.

Ihr ehemaliger Chef, der "Dottore", wird sich dereinst ebenfalls vor einem Schweizer Gericht verantworten müssen. Er wurde in Spanien verhaftet und bereits an die Schweiz ausgeliefert.

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SDA-ATS