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Trotz Verkehr wird hier parkiert: Zwei der Sexboxen am Zürcher Strichplatz, der seit fünf Jahren besteht und sich gemäss Angaben der Stadt bewährt hat. (Archivbild)

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

(sda-ats)

Die Erwartungen an den Strichplatz in Zürich-Altstetten haben sich nach fünf Jahren klar erfüllt. Das Angebot schützt die Sexarbeiterinnen vor Gewalt und Ausbeutung und ist bei der Verhinderung von Menschenhandel wirksam.

Am Montag, 26. August 2013, um 19 Uhr öffnete der Strichplatz am Depotweg seine Tore - begleitet von einem grossen medialen Interesse aus dem In- und Ausland. Gleichzeitig mit der Eröffnung wurde auch die Strassenstrichzone am Sihlquai aufgehoben, um das Wohnquartier und die Bevölkerung zu entlasten.

Fünf Jahre später hat sich der Strichplatz "gut etabliert" und funktioniert, wie die Sozialen Einrichtungen und Betriebe der Stadt Zürich am Mittwoch mitteilten. Die Ziele des Stadtrates seien nachhaltig erfüllt worden.

Vor allem bei der Verhinderung von Gewalt gegenüber Sexarbeiterinnen und Menschenhandel sei der Strichplatz wirkungsvoll. So kam es während der fünf Jahren zu keinem einzigen Fall von schwerer Gewalt - etwas, was zu Sihlquai-Zeiten "traurige Tagesordnung" war, wie es weiter heisst.

Neben der Tätigkeit der Beratungsstelle Flora Dora ist dies auch auf die Anwesenheit der Organisation sip züri zurückzuführen. Der Stadtrat wollte zudem die Sicherheit und den Gesundheitsschutz für die Sexarbeiterinnen verbessern, was ebenfalls deutlich gelang.

Auch ermöglicht der sichere, stabile Rahmen dem Beratungsteam von Flora Dora, Opfer von ausbeuterischen Verhältnissen oder Menschenhandel frühzeitig zu erkennen. Die Frauenberatung gibt der Stadtpolizei jährlich rund 100 niederschwellige Hinweise auf mögliche Opfer von Menschenhandel.

Flora Dora verteilt neben der Beratungstätigkeit weiter auch Kondome in den Strichzonen und organisiert zusammen mit dem Stadtärztlichen Dienst einmal pro Monat auf dem Strichplatz einen Gesundheitsabend.

Neu auch Fahr- und Motorräder zugelassen

Im Schnitt arbeiten pro Nacht 20 bis 25 Frauen auf dem Platz. Die Zahl schwankt saisonal, ist aber insgesamt stabil. Die meisten Frauen kommen aus Osteuropa.

Seit Eröffnung gab es verschiedene betriebliche Anpassungen. So war der Strichplatz ursprünglich täglich von 19 bis 5 Uhr geöffnet und nur mit dem Auto erreichbar. Seit 2016 ist er von Donnerstag bis Samstag bis 5 Uhr und von Sonntag bis Mittwoch bis 3 Uhr geöffnet.

Seit Anfang 2018 sind testweise Fahrräder und Motorräder zugelassen. Bislang verläuft der Versuch problemlos. Anfang 2014 wurden zudem Stehboxen eingerichtet. Aktuell stehen auf dem Strichplatz acht Auto- und vier Stehboxen zur Verfügung.

Der Betriebsaufwand beträgt jährlich rund 800'000 Franken. Er besteht vorwiegend aus Personalkosten für die Einhaltung der Platzordnung auf dem Strichplatz sowie den Beratungsleistungen von Flora Dora.

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