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Zürich - Rund 100 Zugbegleiter der Zürcher S-Bahn haben am Mittwoch gegen ihre Abschaffung protestiert. Die vom Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) vorgesehene Änderung des Sicherheitskonzepts bringe zwar offiziell bloss eine Umlagerung - de facto aber gehe es um Existenzen.
Heute patrouillieren die Zugbegleiter (oder Zugchefs) ab 21 Uhr zu zweit in den S-Bahnen. Künftig soll das Sicherheitspersonal im Schichtbetrieb eingesetzt werden.
Sie sind überzeugt, dass viele von ihnen de facto am Ende ohne Alternative und damit ohne Job dastehen. Der Schichtbetrieb sei gerade für jene mit Familienverpflichtungen keine Alternative, sagte Martin Murmann, Teamleiter Regionalverkehr, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
In einer Ansprache an die Protestierenden sagte denn auch Urs Zbinden, einer der Betroffenen, die meisten seien gerade deshalb Zugbegleiter geworden, weil sie eben auf die Abendarbeit angewiesen seien. Nun "stehen wir da ohne Boden unter den Füssen und ohne Alternative". Es gehe um mehr als um einen Wechsel von Konzepten: "Es ist eine Existenzfrage".
Noch im Frühling Leute ausgebildet
Laut Murmann hat der ZVV die SBB "über den Tisch gezogen": Noch im Frühling habe diese nämlich neue Leute rekrutiert und ausgebildet, die nun gar nicht mehr gebraucht würden.
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) unterstützt das Engagement der Zugbegleiter. Der ZVV riskiere Arbeitslose, sagte SEV-Vizepräsident Manuel Avalone.
Er stellte eine Petition in Aussicht mit der Forderung an den ZVV, die Konzeptänderung rückgängig zu machen und mit geeigneten Sicherheitsmassnahmen zu verbessern. Die Protestierenden übergaben ZVV-Direktor Franz Kagerbauer zudem ein Protestschreiben.
Kagerbauer versicherte gegenüber der SDA, es seien keine Entlassungen zu befürchten. Die Betroffenen seien durch den SBB-Gesamtarbeitsvertrag abgesichert. Mit jedem und jeder einzelnen Betroffenen suche man nach einer geeigneten Lösung. Gespräche seien bereits im Gang.
Der ZVV hatte Ende August über die vorgesehene Änderung informiert.

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SDA-ATS