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Zunehmende Nervosität weltweit wegen der Ausbreitung von Ebola

Die Sorge vor den Auswirkungen der Ebola-Epidemie löst international Hektik aus. Die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf warnte hingegen davor, dass Ebola wegen der zu langsamen internationalen Reaktion eine Katastrophe für die Wirtschaft auslösen könnte.

Für Westafrika würde dies eine verlorene Generation bedeuten, sagte Johnson Sirleaf. Am Kampf gegen Ebola müssten sich alle beteiligen. Es sei keine Zeit mehr für Debatten, "nur eine konzertierte Aktion wird mein Land und unsere Nachbarn vor einer weitere nationalen Tragödie bewahren", sagte Liberias Präsidentin weiter.

Am stärksten hat sich bislang Kuba eingebracht: 165 Ärzte und Krankenschwestern aus dem Karibikstaat sind bereits in Sierra Leone, weitere sollen nächste Woche nach Liberia und Guinea reisen. Dieses Engagement wurde sogar von den USA gewürdigt: "Kuba, ein Land mit nur elf Millionen Einwohnern, hat 165 Gesundheitsexperten geschickt und plant die Entsendung von fast 300 weiteren", lobte Aussenminister John Kerry.

Auch der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier forderte vor der Eröffnung eines mehrtägigen Gesundheitsgipfels in Berlin am Sonntag ein stärkeres internationales Engagement. Er brachte die Entsendung einer zivilen EU-Mission zur Ebola-Bekämpfung in Westafrika ins Gespräch. Am Montag wollen die EU-Aussenminister in Luxemburg das gemeinsame Vorgehen abstimmen.

Neuer Impfstoff aus Kanada

Neue Hoffnung kommt aus Kanada: Das Land stellt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 800 Ampullen eines experimentellen Impfstoffs gegen Ebola zur Verfügung. Das Mittel werde von Montag an nach Genf verschifft, kündigte das kanadische Gesundheitsministerium in Ottawa an.

Das Universitätsspital Genf wird die klinischen Tests mit dem Impfstoff VSV durchführen. Eine Sprecherin des Spitals bestätigte eine entsprechende Meldung der "NZZ am Sonntag". Voraussetzung sei, dass das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic dafür grünes Licht gebe.

Der Impfstoff aus Kanada war in zehnjähriger Arbeit entwickelt worden und muss beim Transport auf minus 80 Grad Celsius gekühlt bleiben. Wie er im Zentrum der Ebola-Krise in Westafrika verteilt wird, überlässt Kanada der WHO.

Gegen Ebola gibt es noch kein Heilmittel. Der WHO zufolge sind bislang mehr als 4500 Menschen an der Seuche gestorben, die meisten von ihnen in Westafrika. Infiziert haben sich bereits 9200 Menschen. Guinea, Liberia und Sierra Leone sind am stärksten betroffen.

Obama warnt vor Hysterie

US-Präsident Barack Obama appellierte unterdessen an seine Landsleute, nicht in Hysterie zu verfallen. Zugleich begründete er, warum er gegen generelle Reiseverbote für die Ebola-Gebiete ist.

"Wir können uns nicht einfach von Westafrika abkoppeln", sagte Obama. Damit würde es noch schwieriger, Helfer und Güter in die Region zu bekommen. Ausserdem würde es die Bewohner der betroffenen Länder motivieren, von dort wegzugehen. Am Freitag hatte der US-Präsident den Rechtsanwalt Ron Klain zum Ebola-Sonderbeauftragten ernannt.

Ein amerikanisches Kreuzfahrtschiff, das wegen Angst vor Ebola in zwei Karibik-Häfen abgewiesen worden war, ist unterdessen in die USA zurückgekehrt. Die "Carnival Magic" legte am Sonntag im texanischen Hafen Galveston an. Eine Frau, die als Laborleiterin in einem Spital mit Ebola-Proben in Kontakt gekommen sein soll, durfte das Schiff zusammen mit den anderen Passagieren verlassen. Sie zeige keine Ebola-Symptome.

Das Schiff hatte wegen der Frau, die sich an Bord freiwillig in Quarantäne befand, weder in Belize noch auf der mexikanischen Insel Cozumel anlegen dürfen.

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