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Bereits im Mai 2015 sind auf der Tannalt bei Melchsee-Frutt OW drei junge Bartgeier ausgewildert worden. (Archivbild)

KEYSTONE/URS FLUEELER

(sda-ats)

Am Pfingstmontag sind im Kanton Obwalden zwei junge Bartgeier ausgewildert worden. Es handelt sich um das Weibchen BG960 und das Männchen Johannes. Die Jungvögel werden nun drei Monate lang gefüttert, bis sie selbst für sich sorgen können.

Die beiden Tiere stammen aus der spanischen Zuchtstation Valcallent. Sie gehören seltenen genetischen Linien an und sollen für frisches Blut in der Bartgeierpopulation der Alpen sorgen. Das Weibchen hat noch keinen richtigen Namen, weil noch ein Sponsor gesucht wird, der 30'000 Franken einschiessen soll.

Die beiden drei Monate alten Jungvögel wurden am Nachmittag in eine rund zwanzig Meter breite Nische unter einem Felsvorsprung gesetzt. Diese befindet sich auf rund 2000 Meter über Meer im eidgenössischen Wildtierschutzgebiet Huetstock im Melchtal. Rund 300 Personen beobachteten die Auswilderung.

Gute Erfahrungen gemacht

Die Jungvögel sind praktisch ausgewachsen, können aber noch nicht fliegen, weil sich ihr Gefieder erst fertig entwickeln muss. In den nächsten Wochen sollen die beiden Junggeier erstmals zu kurzen Flügen ins Melchtal starten.

Es ist bereits die dritte Auswilderung von Bartgeiern, die an dieser Stelle durchgeführt worden ist. 2015 waren dort drei Weibchen, 2016 zwei Männchen ausgesetzt worden.

Alle fünf bisher ausgewilderten Bartgeier hätten ihre ersten Jahre in freier Wildbahn gut gemeistert. Der Ort habe sich bewährt, sagte Daniel Hegglin, Präsident der Stiftung Pro Bartgeier. Auch die Region trage das Projekt mit.

Die in den beiden Vorjahren ausgesetzten Tiere sind noch auf Wanderschaft. Sie werden erst im Alter von fünf bis sieben Jahren geschlechtsreif und sesshaft. Man hoffe, dass sich einmal auch in der Zentralschweiz ein Brutpaar niederlassen werde.

43 Tiere ausgewildert

Der Bartgeier, ein Aasfresser, war früher als Lämmerdieb verrufen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er in den Alpen ausgerottet. 1986 wurde ein Wiederansiedlungsprojekt in Österreich gestartet, 1991 eines in der Schweiz.

Bis heute wurden in der Schweiz 43 Bartgeier ausgewildert. Zurzeit gibt es 14 Brutpaare in der Schweiz, sodass der Bestand aus eigener Kraft wächst. Die aktuellen Auswilderungen haben das Ziel, die genetische Vielfalt zu vergrössern und Inzuchtproblemen vorzubeugen.

In der Schweiz herrschten besonders gute Voraussetzungen für eine Auswilderung, teilte die Stiftung Pro Bartgeier mit. Die Wildtierbestände seien in den Schweizer Alpen hoch, sodass Bartgeier, die sich von Knochen verendeter Tiere ernährten, ausreichen Futter fänden. Zudem würden die Bartgeier in der Schweiz nicht illegal gejagt oder mit Giftködern getötet.

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SDA-ATS