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Bei Zusammenstössen zwischen Gegnern und Unterstützern des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind in Alexandria zwei Menschen getötet worden. Dies berichtete das Nachrichtenportal "Al-Ahram" am Freitag unter Berufung auf Spitalärzte in der Mittelmeerstadt.

Nach Medienberichten hatten Gegner des Islamisten Mursi einen Demonstrationszug der Mursi-Anhänger angegriffen. Beide Seiten hätten Steine geworfen und mit Schrotgewehren geschossen. Nach früheren Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 15 Menschen verletzt.

Am Freitag gingen im ganzen Land Zehntausende Menschen auf die Strasse, um für oder gegen das Militär zu demonstrieren, das Mursi Anfang des Monats abgesetzt hatte.

Bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten wurden im Kairoer Armen-Viertel Schubra und in der Nildelta-Stadt Damietta rund zwei Dutzend Menschen verletzt.

Die Konfrontation zwischen Anhängern der Armee und Mursis wurden zusätzlich durch einen Haftbefehl gegen den ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes angeheizt. Dem Islamisten werden der staatlichen Nachrichtenagentur Mena zufolge Verschwörung mit der islamisch-fundamentalistischen Hamas und die Tötung von Soldaten zur Last gelegt.

Das Militär hatte den ersten freigewählten Präsidenten Ägyptens am 3. Juli nach tagelangen Massenprotesten gegen ihn abgesetzt. Seither haben die Behörden rund 600 Muslimbrüder verhaftet, unter ihnen den einflussreichen Vize-Vorsitzenden Chairat al-Schater. Die Islamisten sprechen von einem Militärputsch und wollen so lange protestieren, bis Mursi wieder im Amt ist.

Verbindung zur Hamas vorgeworfen

Nun will der Untersuchungsrichter Mursi zu Verschwörungsvorwürfen befragen, wie das staatsnahe Nachrichtenportal "Al-Ahram" berichtete. Die Untersuchungshaft wird in der Regel für 15 Tage verhängt und dann stets um jeweils weitere 15 Tage verlängert.

Der Ex-Präsident werde beschuldigt, sich mit der palästinensischen Hamas-Bewegung zur "Ausführung feindlicher Akte" in Ägypten abgesprochen zu haben. Die radikal-islamische Hamas herrscht seit 2006 im benachbarten Gazastreifen.

Mursi würden unter anderem die Beteiligung an Angriffen auf Einrichtungen der Sicherheitskräfte, an Gefängnisausbrüchen und an der Ermordung und Entführung von Polizisten vorgeworfen.

"Letzte Chance"

Die Mitteilung der Streitkräfte zum 48-Stunden-Ultimatum, aus der die Nachrichtenagentur Mena zitierte, trug den Titel "Letzte Chance". Das Militär kündigte darin auch eine neue Strategie im Kampf gegen "Gewalt und ... Terrorismus" an.

Die Fernsehstationen wiederholten immer wieder den Aufruf von Armeechef General Abdel Fattah al-Sisi zu Grossdemonstrationen am Freitag, häufig begleitet von patriotischen Appellen und Gesängen. Die Muslimbruderschaft bezeichnete Al-Sisis Worte als "Einladung zum Bürgerkrieg".

Ban fordert Mursis Freilassung

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, er beobachte die Entwicklung mit "zunehmender Sorge". Er forderte am Donnerstag in New York, Mursi und andere hochrangige Muslimbrüder sofort freizulassen oder eine transparente Untersuchung ihrer Fälle zu gewährleisten. Auch mehrere westliche Länder hatten Mursis Freilassung gefordert.

Washington will nach Informationen der "New York Times" trotzdem an seiner milliardenschweren Militärhilfe für Ägypten festhalten. Das Weisse Haus habe entschieden, auf eine Einschätzung zu verzichten, ob am Nil ein Militärputsch stattgefunden habe oder nicht.

Wäre das der Fall, müsste die US-Regierung ihre Hilfen einfrieren. Präsident Barack Obama sieht in einem solchen Schritt aber eine Gefahr für die Stabilität Ägyptens und damit auch für den Nachbarn und engen Verbündeten Israel.

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SDA-ATS