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Fabienne Schlumpf geht am Donnerstag beim Diamond-League-Meeting in Oslo erneut auf Rekordjagd. Die Steeple-Spezialistin hat einen bemerkenswerten Aufstieg hinter sich. Das macht Appetit auf mehr.

Die Steeple-Läuferin Fabienne Schlumpf beeindruckt seit einem Jahr konstant mit guten Resultaten. Am vergangenen Wochenende gelang ihr sogar ein Doppelschlag. Am Freitagabend senkte sie ihren Schweizer Rekord über 3000 m Steeple im französischen Belfort auf 9:26,86 Minuten, und am Sonntag gewann sie als erst vierte Schweizerin den Frauenlauf in Bern.

Der Marathon lockt

"Meine Saison ist auf die Weltmeisterschaften in London ausgerichtet. Ich hoffe schon, dass ich bis im August meinen Rekord nochmals verbessern kann", sagt die 26-Jährige. Die Organisatoren in Oslo offerieren ihr eine günstige Gelegenheit. Die starken Afrikanerinnen fehlen, die um die 9 Minuten laufen. Gemäss Meldeliste bewegt sich Schlumpf leistungsmässig im Mittelfeld. Die grossgewachsene Läuferin will ihren Schwung in das auf sie zugeschnittene Feld mitnehmen. "Ich will einen Rekord setzen, der dann auch einige Jahre Bestand hat", fügt sie - nicht nur mit Blick auf Oslo - schmunzelnd hinzu.

Damit tönt Schlumpf an, dass ihre Tage als Steeple-Läuferin schon bald gezählt sein könnten. Bei ihrem Potenzial lockt die prestigeträchtige Marathonstrecke - seit dem Frühjahr 2017 ist die Züricherin auch Schweizer Rekordkordhalterin über 10 km auf der Strasse (32:07) und im Halbmarathon (1:10:17). "Bis zu den Europameisterschaften 2018 in Berlin bleibe ich Steeple-Läuferin", stellt Schlumpf klar. Der Grund ist einleuchtend. "In Berlin strebe ich eine Medaille an. Der Steeple-Lauf ist meine Hauptdisziplin, deshalb bedeutet mir der Rekord über diese Distanz auch am meisten." Wie es danach weitergeht, ist offen. Aber der Marathon an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio sei bestimmt eine Option.

Erstmals Höhentraining

Der Startschuss zu ihrem Steigerungslauf erfolgte an den Olympischen Spielen in Rio. Mit einem Rekordlauf (9:30,54) stiess Schlumpf in den Final vor. Die Athletin aus Wetzikon und ihr Trainer und Lebenspartner Michael Rüegg waren nach einem sportlichen Zwischentief im Jahr 2015 ("Die Batterien waren leer. 'Mach mal Pause', sagte mein Körper") wieder auf Kurs.

Der Flow bricht nicht ab. Schlumpf wird schneller und schneller - mit oder ohne Hindernisse. Das Jahr nach Olympia nutzt Rüegg, der die Trainingspläne schreibt, um erstmals mit dem Höhentraining zu pröbeln. "Wir haben bewusst zugewartet, damit wir nach ein paar Jahren Spitzensport immer noch neue Reize setzen können", erklärt Schlumpf. Drei der vier Blöcke zu je drei Wochen hat sie mit dem Höhenzimmer in Magglingen sowie den Trainingslagern in Südafrika und St. Moritz bereits hinter sich. Wie sich dieses Training tatsächlich auswirkt, weiss das Duo noch nicht genau. Den Rekord in Belfort lief Schlumpf gleich einen Tag nach der Abreise aus dem Engadin. Für die Weltmeisterschaften in London wird ein solches Szenario nicht möglich sein.

Einen weiteren Grund für die Hausse ortet Schlumpf in der Reduktion ihres Arbeitspensums. Der eine Tag auf der Einwohnergemeinde Wetzikon bietet eine willkommene Abwechslung, im Prinzip ist sie Profi. "Und ich profitiere von meiner robusten Konstitution", betont die schlaksige Läuferin. "Ich bin verletzungsfrei und nie krank."

Der Lohn für ihre Leistungen schlägt sich unter anderem in Einladungen zu den Diamond-League-Meetings nieder. Anfang Juli wird Schlumpf auch in Paris starten. Nun steht aber Oslo im Vordergrund, wo auch die schweizweit bekannteren Kariem Hussein und Nicole Büchler starten werden. Mit einem weiteren Rekordlauf würde die Olympia-Finalistin dem Ex-Europameister und der Olympia-Sechsten auch diese Woche in Sachen Aufmerksamkeit den Rang ablaufen.

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SDA-ATS