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NEW YORK (awp international) - Diesen Auftritt hat der Chef des US-Industrieriesen General Electric sichtlich genossen: "Wir werden ein gutes viertes Quartal haben", rief Jeff Immelt kurz vor Weihnachten seinen Investoren zu. "Wir sehen Wachstum in der Industrie." So wie Immelt jubeln derzeit viele US-Firmenchefs. In den kommenden Wochen untermauern sie ihre Worte mit Zahlen. Die neue Bilanzsaison fängt an - und sie dürfte für viele "Ahs" und "Ohs" sorgen.
Den Anfang beim Zahlenreigen macht an diesem Montag der von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Aluminiumkonzern Alcoa. Viel kann eigentlich nicht mehr schieflaufen: Alleine im dritten Quartal scheffelten die US-Unternehmen insgesamt gut 1,6 Billionen Dollar an Gewinnen. Die beeindruckende Zahl haben die Statistiker der Regierung ausgerechnet. Die Profite liegen damit um 26 Prozent über dem Vorjahreszeitraum und markieren den höchsten Stand seit vier Jahren, wie das "Wall Street Journal" schreibt.
Und die renommierte US-Wirtschaftszeitung hat noch mehr herausgefunden, als sie sich durch die letzten Quartalsbilanzen der 419 Nicht-Finanzfirmen im wichtigen Börsenindex S&P 500 gewühlt hat: Die Unternehmen haben dank der wieder angezogenen Geschäfte und dank eisernen Sparens massig Cash angehäuft. "Das Unternehmen hat jede Menge frei verfügbares Geld", brüstete sich auch GE-Chef Immelt.
Die Barschaften sind demnach im Vergleich zu 2007, dem letzten Jahr vor der Krise, um 49 Prozent gestiegen. Alleine im vergangenen Jahr legten sie um fast 11 Prozent zu. Die Schulden stiegen dagegen nur minimal - das Geld ist also echt verdient und nicht bloss geliehen.
Geschafft haben die Konzerne dieses Kunststück auf eher unrühmlichem Wege: Sie haben in der Krise auf Teufel komm raus Mitarbeiter entlassen. Rund 8,4 Millionen Jobs sind den Erhebungen zufolge während der Rezession verschwunden, lediglich 1,1 Millionen kamen im vergangenen Jahr hinzu.
Geprägt von der Weltuntergangsstimmung der Jahre 2008 und 2009 trauen sich die Firmen erst langsam, wieder Leute einzustellen. Die Arbeitslosenquote verharrte in den Vereinigten Staaten lange auf Rekordniveau; erst im Dezember sank sie merklich von 9,8 Prozent im Vormonat auf 9,4 Prozent. Aktienkurse, Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze ziehen dagegen teils das ganze Jahr über schon wieder an.
Die ersten Unternehmen tasten das gehortete Geld nun an: General Electric fährt seine Forschungs- und Entwicklungsausgaben hoch. General Motors steckt nach seinem geglückten Neustart viel Geld in neue Produktionsanlagen für Kleinwagen und für sein Elektroauto Chevrolet Volt. Und der weltgrösste Chiphersteller Intel baut seine Werke aus.
Vor allem die IT-Industrie sitzt auf jeder Menge Bargeld. Nach der Erhebung des "Wall Street Journal" hatten Apple , Intel und Co. zum Ende des dritten Quartals mehr als 350 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Multifunktionale Handys wie das iPhone oder Notebooks haben sich verkauft wie nie zuvor. Im Jahr 2007 hatten sich die Kontostände nicht mal auf 250 Milliarden Dollar summiert. Die Industriekonzerne konnten ihre Barschaften verdoppeln auf deutlich über 150 Milliarden Dollar.
Wenn das Schlussquartal nur annähernd so gut gelaufen ist wie der Rest des Jahres, dann bersten die Geldspeicher der grossen US-Firmen. Und GE-Chef Immelt sagt sogar noch bessere Zeiten voraus: Was das Unternehmen 2010 verdient hat, will er 2011 und 2012 toppen./das/DP/fn

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