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GENF (awp international) - Die Autoindustrie bleibt auch 2011 in Partylaune. Gerade die Deutschen profitieren vom weltweiten Boom und der wachsenden Nachfrage vor allem nach grossen und teuren Autos. Auch auf dem wichtigen Heimatmarkt spüren die Hersteller nach einem durchwachsen Jahr 2010 wieder Rückenwind. Der Kater nach der Abwrackprämie ist endgültig verflogen. Zwar bereiten steigende Rohstoffpreise, ausgelastete Fabriken und politische Unruhen den Herstellern zunehmend Sorgen, die gute Stimmung können sie allerdings kaum trüben.
Im Januar und Februar wuchs die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland um 16 Prozent auf 435.600, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Dienstag am Rande des Genfer Automobilsalons. "Wir erwarten damit im laufenden Jahr einen Inlandsmarkt, der die 3,1-Millionen-Marke überschreiten wird." 2010 waren in Deutschland 2,92 Millionen neue Personenwagen gekauft worden - 23,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2009. Damals hatte der Staat mit der Abwrackprämie das Geschäft angekurbelt. "Wir erleben den Hochlauf der Branche, unterstützt durch die gute Entwicklung auf vielen Märkten", sagte Wissmann.
"Die USA legen wieder deutlich zu, der asiatische Markt verfügt weiter über hohe Dynamik." Auch Westeuropa erhole sich von der Krise, allerdings langsamer. Der weltweite Boom sorgt vor allem bei den deutschen Oberklasseherstellern für prall gefüllte Auftragsbücher. BMW , Audi und Daimler knüpfen zum Start ins neue Jahr nahtlos an die Erfolge von 2010 an. Die Konzerne arbeiten an der Kapazitätsgrenze, Käufer müssen sich auf monatelange Wartezeiten einstellen. "Wir müssen diese Wartezeit verkürzen", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer in Genf. Mit Blick auf die massiven Produktionskürzungen in der Krise fügte er aber hinzu: "Ich lebe lieber mit dieser Aufgabenstellung."
Kunden, die etwa in Deutschland einen BMW X3 bestellen, müssten derzeit etwa bis September auf ihren Wagen warten, sagte Reithofer. Auch bei Audi liegt die Wartezeit nach Worten von Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer bei drei bis fünf Monaten. "Wir arbeiten natürlich daran, uns da zu verbessern." Beide Hersteller bauen ihre Fertigungskapazitäten in den kommenden Monaten und Jahren aus.
Der VDA blickt allerdings mit zunehmender Sorge auf die steigenden Benzin- und Rohstoffpreise. Noch hätten die Preiserhöhungen an den Tankstellen keine Auswirkungen bei der Entwicklung der Neuzulassungen, sagte Wissmann in Genf. "Ein weiteres Drehen an der Preisschraube dürfte von den Autofahrern jedoch nicht so einfach hingenommen werden." Auch die steigenden Kosten für Rohstoffe machen sich bemerkbar. "Gerade die sehr hohen Rohstoffpreise belasten die Automobilindustrie derzeit erheblich - da Kostensteigerungen nicht einfach an den Kunden überwälzt werden können", sagte Wissmann.
"Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Rohstoffmärkte volatiler geworden sind", sagte Audi-Chef Rupert Stadler. Folgen für das Kaufverhalten wird die Entwicklung nach seiner Einschätzung aber zunächst kaum haben. Bei BMW habe man allerdings gespürt, dass etwa auf dem für die Münchner wichtigen US-Markt bei hohen Spritpreisen der Trend zu sparsameren, kleineren Fahrzeugen gehe, sagte Reithofer. Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht in den steigenden Rohstoffpreisen durchaus Gegenwind. Insgesamt bezifferte er den Einfluss für den Konzern auf bis zu 700 Millionen Euro im laufenden Jahr.
Wie in den vergangenen Monaten profitierten BMW, Audi und Daimler weiter von der kräftigen wachsenden Nachfrage in Fernost. Allerdings betonten Stadler und Reithofer, dass sich die Zuwächse im Reich der Mitte mittelfristig auf jährliche Raten von rund 10 Prozent einpendeln dürften. Über die Begeisterung für China dürften die übrigen Märkte nicht vergessen werden, sagte Reithofer. Es brauche ein gutes Gleichgewicht zwischen den Regionen.
Im Februar legten BMW und Audi bei den Verkaufszahlen erneut deutlich zu - beide vermeldeten ein Absatzplus von rund 20 Prozent im zweiten Monat des Jahres. Beide peilen wie Daimler ein Rekordjahr an, die Stuttgarter haben im Februar voraussichtlich ebenfalls eine zweistellige Steigerungsrate erreicht.
Weiter Hoffnung schöpft auch der gebeutelte Autobauer Opel. Allerdings geht der geplante Jobabbau an einigen Standorten langsamer voran als geplant. Der Zeitplan sei etwas verspätet, räumte Opel-Chef Nick Reilly in Genf ein. Das Geschäft laufe allerdings gut. Opel werde - wie bereits im Januar angekündigt - 2011 voraussichtlich 1,3 bis 1,4 Millionen Fahrzeuge absetzen. "Der Markt entwickelt sich besser als erwartet", begründete Reilly seinen Optimismus./sbr/sba/DP/stk

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