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Der Reaktorblock 1 des Kernkraftwerks Beznau steht seit März 2015 still. Für die Axpo bedeutet der Stillstand einen Millionenverlust. (Archiv)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

(sda-ats)

Das Kernkraftwerk Beznau (KKB) muss den Wiederanfahrtermin für seinen seit 2015 stillstehenden Block 1 erneut verschieben. Das Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI verlangt zusätzliche Materialprüfungen für den Sicherheitsnachweis.

Neuer Planungs- und Zieltermin für das Wiederanfahren von Block 1 sei, "weiterhin im Sinne einer bestmöglichen Annahme", der 31. Oktober 2017, teilte der Energiekonzern Axpo am Freitagabend mit. Grund für die Verschiebung seien die "Prüfkommentare der Aufsichtsbehörde" ENSI zum eingereichten Sicherheitsnachweis für den Reaktordruckbehälter von Beznau I.

Konkret verlangt die Aufsichtsbehörde, die gegenwärtig den vom KKB im November 2016 eingereichten Sicherheitsnachweis beurteilt, zusätzliche Materialprüfungen und ergänzte Berichte, wie Axpo-Sprecher Tobias Kistner auf Anfrage sagte.

Für den Sicherheitsnachweis hatte das KKB eine Replika des Reaktordruckbehälters herstellen lassen. Zahlreiche Resultate aus den umfangreichen Prüfungen, zu denen auch "zerstörende Prüfungen" gehörten, seien in den Nachweis eingeflossen, sagte Kistner. Nun würden an den Restbeständen weitere Prüfungen durchgeführt.

Die für diese Arbeiten nötigen Experten und spezialisierten Unternehmen seien im Sommer aber nur schwer so kurzfristig zu bekommen, schrieb die Axpo. Deshalb verschiebt der Konzern den voraussichtlichen Wiederanfahrtermin vom 30. Juni auf den 31. Oktober 2017. Die Wiederinbetriebnahme musste bereits mehrmals verschoben werden.

Seit über zwei Jahren vom Netz

Block 1, mit knapp 48 Betriebsjahren einer der ältesten kommerziellen Reaktoren der Welt, steht seit der im März 2015 begonnenen damaligen Jahresrevision und dem Einbau eines neuen Deckels für den Reaktordruckbehälter still. Im damaligen Sommer waren dabei dank einer neuen Messtechnologie Unregelmässigkeiten im Material des Reaktordruckbehälters entdeckt worden.

In der Mitteilung vom Freitag zeigte sich die Axpo "weiterhin überzeugt, dass keine sicherheitstechnischen Vorbehalte bezüglich des Weiterbetriebs der Anlage vorliegen". Die Axpo gehe von der Annahme aus, dass das ENSI "diese Einschätzung bestätigen wird".

Der lange Stillstand kostet die Axpo bis Oktober insgesamt rund 300 Millionen Franken, wie Kistner sagte. Darin eingerechnet seien die Kosten für den Sicherheitsnachweis wie auch die Kosten für die Beschaffung des nicht produzierten Stromes.

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SDA-ATS