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BASF bleibt auf Erholungskurs - Keine Entwarnung für Gesamtjahr (Zus.)

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2010 - 12:11 publiziert

MANNHEIM (awp international) - Der weltgrösste Chemiekonzern BASF hat im Auftaktquartal 2010 von einer kräftig anziehenden Nachfrage in fast allen Bereichen profitiert. Der Umsatz kletterte um gut ein Viertel, das operative Ergebnis verdoppelte sich zum Vorjahr. Unter dem Strich blieb dem im Dax notierten Unternehmen fast dreimal so viel. ?Damit konnten wir fast wieder an die sehr guten Quartale vor der Krise anschliessen?, sagte Unternehmenschef Jürgen Hambrecht am Donnerstag auf der Hauptversammlung vor mehr als 6.000 Aktionären in Mannheim. BASF habe vor allem von einer guten Nachfrage aus der Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie profitiert. Noch vor einem Jahr waren diese Industrien von der weltweiten Wirtschaftskrise mit am meisten betroffen.
Regional sieht Hambrecht ein starkes Wachstum in Asien und Südamerika. Auch Amerika erhole sich langsam. "Das Schlusslicht bildet Europa", fügte er hinzu. Für das laufende Jahr peilt BASF weiterhin einen deutlichen Zuwachs beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und ein Plus beim Umsatz an. Zukünftig soll die Dividende wieder jährlich erhöht oder zumindest konstant gehalten werden. 2009 schrumpfte der Umsatz um knapp ein Fünftel. Das EBIT vor Sondereffekten ging um fast 30% zurück, der Gewinn halbierte sich damals. Die Dividende kürzte das BASF-Management auf 1,70 EUR je Aktie.
KEINE ENTWARNUNG FÜR DAS GESAMTJAHR
Trotz einer Nachfragebelebung im ersten Jahresviertel warnte Hambrecht vor zu grosser Euphorie: "Die Erholung steht weiterhin auf wackeligen Füssen." Risiken blieben bestehen. Dabei verwies er etwa auf die auslaufenden staatlichen Konjunkturprogramme, Überkapazitäten sowie schwankende Rohstoffmärkte. An dem Sparkurs will das Unternehmen weiter festhalten. Mit seinem Sparprogramm Next habe BASF bislang 300 Mio EUR einsparen können, sagte Finanzchef Kurt Bock während einer Telefonkonferenz mit Analysten. Mit dem im Jahr 2008 gestarteten Programm wollen die Ludwigshafener unter anderem durch Verbesserung von Prozessen ihr Ergebnis ab 2012 jährlich um mehr als eine Milliarde Euro erhöhen.
Für 2010 rechnet Bock aufgrund von Wartungsarbeiten mit Kosten bis zu 100 Mio EUR. So wird etwa der gesamte Standort Nanjing in China für eine Generalüberholung und Erweiterungen abgestellt. In Nanjing steht einer der grössten BASF-Verbundstandorte der Welt. Im Gegenzug rechnet der Konzern durch die Ciba-Integration mit Synergien in Höhe von 350 Mio EUR. Bis Ende 2012 sollen diese Kostenvorteile auf jährlich über 450 Mio EUR anwachsen. BASF hatte im vergangenen Jahr den Schweizer Spezialchemiekonzern Ciba für rund 3,8 Mrd EUR übernommen.
ZAHLEN DEUTLICH ÜBER PROGNOSEN
BASF verzeichnete im ersten Quartal wie bereits seine beiden US-Konkurrenten Dow Chemical und Dupont deutliche Zuwächse. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuer (EBIT) und Sondereffekten verdoppelte sich von Januar bis März auf 1,954 Mrd EUR. In fast nahezu allen Geschäftsbereichen konnte BASF die Ergebnisse verbessern. Rückgänge wiesen alleine das Öl- und Gas-Geschäft sowie die Agrochemie auf. Unter dem Strich blieben nach 375 Mio EUR im Vorjahreszeitraum 1,029 Mrd EUR. Der Umsatz kletterte um 26,5% auf 15,454 Mrd EUR. Mit seinen Zahlen übertraf BASF bei allen Kennziffern deutlich die Schätzungen der Analysten. Börsianer lobten zwar das Zahlenwerk, die Aktie verlor dennoch bis zum Mittag um 2,72% auf 45,14 EUR und gehörte damit zu den schwächsten Werten im Dax.
An dem Verkauf seiner Randgeschäfte hält BASF weiter fest. "Ciba und frühere Akquisitionen wie Engelhard und Degussa Construction Chemicals haben den Anteil der Spezialitäten in unserem Chemie-Portfolio auf über zwei Drittel gesteigert", sagte Hambrecht. Dadurch sei BASF robuster gegen konjunkturellen Schwankungen geworden. ?Das wollen wir verbessern und arbeiten deshalb an Desinvestitionen wie etwa unserem Styrenics-Geschäfts und unserer Leder- und Textilchemikalien.? Der Konzern will sein Styrolgeschäft schon seit längerem verkaufen. Styrol-Kunststoffe finden sich unter anderem in Haushaltsartikeln wie Kaffeemaschinen oder Staubsaugern. Sie werden auch in der Automobilindustrie und der Verpackungsbranche verwendet./ne/sk

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