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Zürich (awp) - Die Unregelmässigkeiten in der Finanzbuchhaltung der Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG sind höher als bisher erwartet. Interne Abklärungen hätten ergeben, dass die Verfehlungen des Finanzbuchhalters noch gravierender seien als ursprünglich angenommen, teilten die Bergbahnen am Freitagabend mit. Die Überprüfung der Bücher habe ergeben, dass bereits im Geschäftsjahr 2008/09 unberechtigterweise Geldmittel nach Asien transferiert worden seien. Die gesamte heute bekannte Deliktssumme belaufe sich auf 10,4 Mio CHF.
Die Transaktionen, welche im abgeschlossenen Geschäftsjahr getätigt worden seien, beliefen sich auf 0,3 Mio CHF; sie seien durch verschiedene Umbuchungen und Stornierungen verschleiert worden, so die Meldung. Die Schadenssumme sei noch nicht bekannt, da offen sei, wie viel der Gelder zurückgeführt werden könnten.
"Die Höhe der gesamten Verfehlungen hat die finanzielle Basis unserer Unternehmung geschwächt", heisst es weiter. Das Unternehmen habe einen Überbrückungskredit aufnehmen müssen, um die Liquidität im Zusammenhang mit den für den Sommer geplanten umfangreichen Bauarbeiten zu gewährleisten. Bei den Bauarbeiten handle es sich um zwei neuen Beschneiungsanlagen sowie der Sanierung der Standseilbahn Engelberg-Gerschnialp.
Betrieblich entwickle sich das Geschäftsjahr "hoch erfreulich", heisst es weiter. Das Winterhalbjahr sei "mit einem neuen Rekordergebnis" abgeschlossen worden und in den Sommermonaten sei nun "eine sprunghafte positive Frequenzentwicklung" festzustellen. "Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem absoluten betrieblichen Rekordergebnis, welches jedoch voraussichtlich durch die bekannten Verfehlungen beeinträchtigt wird", heisst es in der Meldung.
In einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" (FuW, Voradruck der Ausgabe vom 07.08.) sagte CEO Albert Wyler zu möglichen Rückstellungen für die Jahresrechnung 2009/10: "Wir werden nicht darum herum kommen, einen möglichen Verlust abzudecken, da können wir nicht zuwarten. In welchem Umfang, steht noch nicht fest. Wir haben zum Glück einen sehr guten Geschäftsverlauf und erwarten erfreuliche Betriebszahlen, doch die Vorsorge, die wir werden treffen müssen, wird dieses ausgezeichnete Ergebnis schmälern. Das ist bitter."
Befragt nach dem Stand der Abklärungen im Zusammenhang mit den Veruntreuungen sagte der CEO: "Wir werden zu Beginn der nächsten Woche über Umstände, Hintergründe und Namen informieren."
Zu den Auswirkungen des Verfalls auf die Ausschüttungsfähigkeit des Unternehmens könne man derzeit noch nichts Konkretes sagen, "das wäre vorgegriffen". "Mittelfristig ist unsere Dividende sicher nicht gefährdet, aber den Veruntreuungsfall müssen wir zunächst schon verdauen", so der CEO in der FuW. Daher tangiere diese Sache über die Finanzierung indirekt auch das geplante Feriendorfprojekt bei Engelberg.
Die Bergbahnen hatten Ende Juni über die Unregelmässigkeiten in der Finanzbuchhaltung informiert. Ein Kadermitarbeiter der Finanzabteilung habe unautorisiert einen grösseren einstelligen Millionenbetrag in eine japanische Finanzgesellschaft investiert, hiess es damals.
ch/uh

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