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Berkshire Hathaway/Buffett meldet Gewinneinbruch - Kritik an Ex-Kronprinz Sokol

OMAHA (awp international) - Die Japan-Katastrophe hat dem legendären Investor Warren Buffett einen Gewinneinbruch in Milliardenhöhe eingebrockt. Buffetts Holding Berkshire Hathaway verdiente im ersten Quartal rund 1,5 Milliarden Dollar (1 Mrd Euro) und damit nicht einmal halb so viel wie im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern in Omaha (US-Bundesstaat Nebraska) mitteilte. Auf der mit Spannung erwarteten Aktionärsversammlung äusserte der 80-Jährige Kritik an seinem früheren Kronprinzen David Sokol, der wegen fragwürdiger Anlagegeschäfte ins Zwielicht geraten ist: "Er hat gegen unsere Insiderhandel-Regeln verstossen", sagte Buffett.
ZWIELICHTIGES
Der frühere Berkshire-Topmanager Sokol steht seit Wochen im Zwielicht: Erst kaufte er Anteile im Wert von rund 10 Millionen Dollar an der Spezialchemiefirma Lubrizol, dann schlug er Buffett kurze Zeit später vor, das ganze Unternehmen zu schlucken. Danach stieg der Wert der Aktien und damit seines Investments stark. Sokol nahm Ende März seinen Hut bei Berkshire, bestreitet aber jegliche Verfehlungen. Auch Buffett hat stets betont, er glaube nicht an einen Rechtsbruch Sokols.
Am Samstag zeigte er sich aber auch selbstkritisch: "Ich habe einen grossen Fehler gemacht, als ich [Sokol] nicht gefragt habe: "Also, wann hast du gekauft?"", sagte er der Agentur Bloomberg zufolge.
AKTIONÄRE HATTEN AUF KLARSTELLUNG GEWARTET
Aktionäre hatten auf eine solche Klarstellung Buffetts gewartet. Dieser fordert seit Jahrzehnten höhere ethische Standards in der Wirtschaft und versucht auch, dies vorzuleben. Sein Vermögen häufte er mit intelligenten Investitionen an; seine Fans gab ihm dafür den Spitznamen "Orakel von Omaha".
Zwei Kontaktversuche des in Ungnade gefallenen Sokol habe er nach kurzer Zeit beendet, berichtete Buffett im Sender Bloomberg TV. Dies habe er aus Sorge getan, längere Telefonate könnten bei möglichen Ermittlungen für Misstrauen sorgen. "Ich sagte: 'Es ist nicht schlau von uns, dass wir sprechen'", berichtete Buffett.
Laut den vorläufigen Zahlen verbuchte Berkshire bei Ergebnis ein Minus von 58 Prozent - im Vorjahresquartal hatte Berkshire Hathaway noch 3,6 Milliarden Dollar verdient. Die Einbussen allein aufgrund der Japan-Katastrophe bezifferte Berkshire Hathaway mit voraussichtlich rund 1,1 Milliarden Dollar. Hier schlugen vor allem massive Einbussen im Versicherungsgeschäft zu Buche. Das Erdbeben in Neuseeland und die Flut in Australien dürften die Holding demnach weitere rund 600 Millionen Dollar kosten./mda/DP/ck

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