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MANNHEIM (awp international) - Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger will nach dem Abschied aus Australien seine Aktivitäten im Baugeschäft noch stärker auf Europa konzentrieren und sieht Chancen durch eine Energiewende. Die noch verbliebenen Aktivitäten der US-Beteiligungsgesellschaft Fru-Con sollen verkauft und das Engagement in Nigeria reduziert werden, sagte der im Sommer scheidende langjährige Konzernchef Herbert Bodner am Mittwoch in Mannheim bei der Bilanzvorlage. Er hatte den Konzern in den vergangenen Jahren bereits stark auf die im Vergleich zum Bau ertragreicheren Dienstleistungen getrimmt und 2010 das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und den Gewinn verdoppelt. Zuletzt hatte der MDax-Konzern seine Australiengeschäfte verkauft und damit einen wesentlichen Schritt bei der geplanten Verringerung der Bauaktivität vollzogen.
"Das Baugeschäft bleibt Kerngeschäft", bekräftigte Bodner allerdings. Der Fokus liege aber auf Deutschland und Europa. Ausserhalb Europas werde sich der Konzern künftig mit einheimischen Unternehmen in Technologiepartnerschaften engagieren. Damit würden die Risiken reduziert. Die zum Verkauf gestellte Einheit in den USA sei auf den Bau von Kläranlagen spezialisiert. Sie erbrachte 2010 eine Leistung von rund 50 Millionen Euro. In Nigeria ist Bilfinger Berger seit über 40 Jahren an der börsennotierten Julius Berger Nigeria PLC beteiligt. Durch Privatplatzierungen solle die Beteiligung an dem Unternehmen mit bis zu 20.000 Mitarbeitern zunächst auf 40 Prozent reduziert werden. "Wir werden das Unternehmen nicht an irgendjemand verkaufen", betonte Bodner. Während die Bau-Aktivität in den USA wohl noch im laufenden Jahr veräussert werden dürfte, sei die Zeitachse in Nigeria "sicherlich länger" angelegt.
Ab Juli wird der ehemalige hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch den Konzern führen. Die Unternehmenskasse ist zu seinem Start durch den Verkauf des Australien-Geschäft Valemus für 160 Millionen Euro gut gefüllt. Mit dem Geld sollen die Dienstleistungen weiter gestärkt werden. Bei einem Finanzierungspotenzial von insgesamt rund einer Milliarde Euro werde man auch weiterhin mit der gebotenen Vorsicht vorgehen, sagte Bodner. Es gehe darum, richtig zu investieren und nicht frühzeitig. Bilfinger Berger sei derzeit so aktiv wie nie. Zeitdruck bestehe aber nicht. Bodner hatte in den vergangenen Jahren den Umbau des Konzerns vom Bau- zum Dienstleister stark vorangetrieben. Inzwischen stammen rund 80 Prozent der Leistung aus diesem Bereich.
GROssE CHANCE DURCH REGENERATIVE ENERGIEVERSORGUNG
Auch künftig rechnen die Mannheimer hier mit Impulsen. "Grosse Chancen" eröffneten sich auch auf dem langen Weg in die regenerative Energieversorgung und zwar sowohl bei Kraftwerksdienstleistungen als auch im Ingenieurbau. "Die Ereignisse in Japan werden zweifellos Konsequenzen für die deutsche und europäische Energiepolitik haben", sagte Bodner. Deutschland als wichtigster Industriestandort Europas sei auf verlässliche und bezahlbare Energie angewiesen, betonte Bodner aber auch. Zunächst sollten Fakten ausgewertet werden, dann sei eine Diskussion über die Sicherheit von Kraftwerken zielführend. "Geschäftsschädigend wäre das Abschalten für uns nicht", sagte Bodner. Ein Rückbau von Kernkraftwerken in Deutschland würde grössere Chancen bieten als Instandhaltung und Wartung derzeit. International zeichne sich unterdessen nicht ab, dass der Kernkraftneubau anders verlaufen werde.
Für das laufende Jahr ist Bodner weiterhin zuversichtlich gestimmt: "Wir sind gut gestartet ins neue Jahr." Er bekräftigte die Mitte Februar abgegebenen Prognosen für 2011 und rechnet auch 2012 mit einem weiteren Wachstum von Leistung und EBIT. Im laufenden Jahr dürfte die Leistung bei einem leichten Wachstum der Dienstleistungen und einem planmässig reduziertem Volumen des Baugeschäfts mindestens die Grössenordnung von 2010 mit 8,1 Milliarden Euro erreichen. 2011 rechnet Bodner erneut mit einem erheblichen Anstieg des Gewinns. Grund seien auch hohe Verkaufserlöse für die in Valemus gebündelten Australien-Aktivitäten im ersten Quartal. Das EBIT dürfte 2011 - ohne mögliche Zukäufe - mindestens in der Grössenordnung des Vorjahres liegen.
SPARMAssNAHMEN DER ÖFFENTLICHEN HAUSHALTE
Getragen von einer Ausweitung der Produktion in der Prozessindustrie dürften Leistung und Ergebnis der Industriedienste 2011 zunehmen. Auch 2012 sollte sich das Wachstum fortsetzen. Bei Kraftwerks-Dienstleistungen stünden im laufenden Jahr bei verhaltener Entwicklung in Deutschland und Impulsen im Ausland ein stabiles Leistungsvolumen und ein Ergebnis zumindest in der Grössenordnung des Vorjahres an. Für das kommende Jahr sei eine Zunahme beider Werte zu erwarten. Im Bau und Gebäudeservice sei 2011 und 2012 in einem wettbewerbsintensiven Umfeld von einer weiteren Steigerung von Leistung und Ergebnis auszugehen.
Im Ingenieurbau dürften die Sparmassnahmen der öffentlichen Haushalte zu einem Rückgang der Nachfrage führen. Wegen der weiteren planmässigen Rückführung der Leistung dürfte dies den Konzern zunächst aber nicht wesentlich belasten. Wegen einer verbesserten Risikostruktur dürfte die EBIT-Marge 2011 und 2012 weiter steigen. Bei den Betreiberprojekten gewinne nach dem Aufbau des Portfolios mit einer Mittelbindung von annähernd 400 Millionen Euro die Vermarktung reifer Projekte und die Reinvestition freiwerdender Mittel in neue Vorhaben an Bedeutung./jha/stk

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