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(Mit Aussagen aus der Bilanzmedienkonferenz)
Bern (awp/sda) - Der Berner Energiekonzern BKW rechnet damit, dass sich das Unglück in Japan auf die künftige Energiepolitik in der Schweiz stark auswirkt. Eine sofortige Abschaltung des Atomkraftwerks Mühleberg hält die Unternehmensleitung aus heutiger Sicht aber nicht für erforderlich.
Der Bund sei daran, die Lage für alle Kernkraftwerke in der Schweiz zu analysieren, sagte BKW-Chef Kurt Rohrbach am Donnerstag vor den Medien in Bern. Das Ergebnis stehe aus. Seitens der Behörden gebe es bislang keine Forderung, Kernkraftwerke vom Netz zu nehmen.
VOLKSWIRTSCHAFTLICHE FRAGE
Selbstverständlich habe sich die BKW-Leitung nach den Vorfällen in Japan die Frage nach möglichen Konsequenzen für den Betrieb von Mühleberg gestellt - bis hin zu dessen sofortiger Abschaltung, erklärte Rohrbach. "Mühleberg ist ein Pfeiler der Stromversorgung in der Region, deshalb ist eine Abschaltung auch eine volkswirtschaftliche Frage", führte er weiter aus.
Für Kosten einer allfälligen Stilllegung von Mühleberg hat die BKW nach eigenen Angaben bis heute Rückstellungen von 1,1 Mrd CHF getätigt. Ersatz für den Strom aus Mühleberg könnte allenfalls bei anderen Atomkraftwerken beschafft werden, sofern diese nicht auch vom Netz gingen. Daneben müsste CO2-behafteter Strom aus fossilen Anlagen kommen.
BREITE DISKUSSION
Es brauche nun eine breite Diskussion über die Energiezukunft des Landes, sagte der BKW-Chef vor den Medien. Rohrbach zeigte sich überzeugt, dass in der Schweiz auch weiterhin Grosskraftwerke nötig sein werden. Doch auch mehr Energieeffizienz und der Ausbau neuer, erneuerbarer Energien werde einen Beitrag leisten.
Erst vor wenigen Wochen hatte BKW allerdings die Ziele bei den erneuerbaren Energien heruntergeschraubt. Die inländischen Ausbauziele für 2030 wurden um 40% auf 600 Gigawattstunden reduziert. Die Projekte stiessen in der Bevölkerung auf zu wenig Akzeptanz, lautete die Begründung.
Mitte Februar sprach sich die Berner Bevölkerung in einer mittlerweile wohl bedeutungslos gewordenen Konsultativabstimmung knapp für ein neues AKW in Mühleberg aus. Die entsprechenden Rahmengesuche der Energiekonzerne hat der Bund nach den Vorfällen in Japan inzwischen sistiert. Derweil entwirft das Bundesamt für Energie drei Szenarien für die Zukunft der Atomenergie in der Schweiz. Eines davon ist der totale Ausstieg aus der Kernenergie.
KEIN "EINZELNER PLAN B"
Für den Fall, dass in der Schweiz keine neuen Anlagen mehr gebaut würden, hat BKW laut Rohrbach "keinen einzelnen Plan B". Vielmehr müssten verschiedene Möglichkeiten kombiniert werden. Die eingemotteten Projekte für Gaskombikraftwerke habe er noch nicht wieder aus der Schublade hervorgeholt, erklärte Rohrbach. Gaskraft wäre eine Möglichkeit, aber jetzt sei es zu früh, solche Weichen zu stellen.
Bereits bekannt waren die Eckdaten des Geschäftsjahres 2010. Die Gesamtleistung vermindert sich um 11,3% auf 3'187 Mio CHF. Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA reduzierte sich um 4,2% auf 481 Mio CHF und unter dem Strich resultierte ein um 23,5% tieferer Reingewinn von 228 Mio CHF.
ERGEBNISSE 2011 STABIL ERWARTET
BKW rechnet im Jahr 2011 mit einem Umsatz im Bereich des Vorjahres. Der EBITDA soll ebenfalls im Rahmen des Vorjahres liegen, bereinigt um den Sondereffekt der Rückstellungsauflösung für belastende Verträge für die Energiebeschaffung von Partnerwerken im Jahr 2010. Diese wirkten sich im vergangenen Jahr mit 28,9 Mio CHF aus.
Abhängig von der Entwicklung der Energiepreise, des regulatorischen Umfelds und der Finanzmärkte könnte auch der Reingewinn auf Vorjahreshöhe ausfallen, teilte BKW weiter mit. Mögliche Folgen aus dem Unglück in Japan sind im Ausblick noch nicht berücksichtigt.
Im Fokus der Analysten und der Anleger stehen aber vor allem diese Einflüsse. Entsprechend stand die Aktie auch am Donnerstag weiter unter Druck. Am Nachmittag sanken die BKW-Valoren in einem freundlichen Gesamtmarkt um 1,8% auf 66,65 CHF. Am vergangenen Donnerstag, bevor die Katastrophe in Japan ihren Lauf nahm, hatten die Titel bei 78 CHF geschlossen. Damit ist der Kurs seither um 15% zurückgegangen.
cc/tp

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