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(Mit Aussagen von der Medienkonferenz, Analystenstimmen und Aktienkurs)
Zürich (awp/sda) - Der Energiekonzern BKW nimmt das Kernkraftwerk Mühleberg (KKM) gut fünf Wochen vor Beginn der ordentlichen Jahresrevision per Ende Juni vom Netz. Es sollen Massnahmen für die Sicherstellung der Kühlwasserversorgung im Fall eines extremen Hochwassers durchgeführt werden. Nach der ordentlichen Jahresrevision im September will BKW die Anlage wieder anfahren.
Die Kosten für die Beschaffung der Ersatzenergie gab BKW in einer Mitteilung am Mittwochmorgen mit rund 20 Mio CHF an. Wegen der bereits früher bekannt gegebenen Kürzung der Kosten im Netzbetrieb, der Abschreibung der Projektkosten für die Ersatzkernkraftwerke und des nun länger dauernden Produktionsunterbruchs des KKM sieht BKW die Einschätzung des Ergebnisses für 2011 als schwierig. Der bisherige Ausblick könne somit nicht mehr bestätigt werden, hiess es.
Im März hatte BKW noch erklärt, für das Jahr 2011 mit einem Umsatz im Bereich des Vorjahres zu rechnen. Der EBITDA sollte ebenfalls im Rahmen des Vorjahres liegen, bereinigt um einen für belastende Verträge für die Energiebeschaffung von Partnerwerken im Jahr 2010. Abhängig von der Entwicklung der Energiepreise, des regulatorischen Umfelds und der Finanzmärkte könnte auch der Reingewinn auf Vorjahreshöhe ausfallen, hiess es.
Die Sicherheitsbedenken für das AKW Mühleberg im Fall eines extremen Hochwassers könnten mit einfachen Massnahmen ausgeräumt werden, betonte das Management vor den Medien. Erstens brauche es Hochwasserschutzmassnahmen im Pumpenhaus der konventionellen Kühlwassersysteme. Zweitens werde der Einsatz von Pumpen notwendig, welche die Kühlwasserzufuhr bei einer Verstopfung der Wasserentnahme aus der Aare alternativ sicherstelle.
Nach den Worten von Direktionspräsident Kurt Rohrbach ist BKW weiterhin bestrebt, Mühleberg "sicher zu betreiben, bis das Ende seiner Betriebsdauer ab 2020 absehbar wird". In die baulichen Massnahmen investiere die BKW in den nächsten Wochen rund 10 Mio CHF.
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hatte nach dem Unglück in Fukushima zusätzliche Sicherheitsauflagen gemacht. BKW werde am 30. Juni 2011 wie geplant den verlangten Nachweis für die Bewältigung eines 10'000-jährlichen Hochwassers erbringen, so das Unternehmen. Dieser basiere auf dem bestehenden Hilfskühlwassersystem und betrieblichen Massnahmen.
Atomkritiker reagierten mit Skepsis auf die BKW-Pläne. So sieht der WWF in der Kühlwasserentnahme nur eines von vielen Problemen. Für den Fokus Anti-Strom bräuchte es ausserdem für "sinnvolle Sicherheitsmassnahmen" höhere Investitionen. Laut Greenpeace hat die BKW vorweggenommen, was das ENSI ohnehin verfügen müsse.
Die SP bezeichnete die geplanten Nachrüstungen als falsch, denn eine Wiederinbetriebnahme des AKW Mühleberg sei verantwortungslos. Auch die Grünen forderten, dass die bernische Regierung alles daran setze, damit das AKW nicht wieder angeschlossen werde.
Analysten sehen indes auch Positives. Nun seien die Absichten der BKW bezüglich des Weiterbetriebs etwas klarer, kommentierte die ZKB. Die Tatsache, dass der operative Gewinn nicht so hoch sein dürfte wie ursprünglich erwartet, falle weniger stark ins Gewicht. Nach Einschätzung der Bank Vontobel gibt die Ankündigung einen Hinweis darauf, in welche Richtung sich die Preise bewegen, wenn die Atomkraftlagen stillgelegt werden. Gleichzeitig nehmen die Vontobel-Experten eine abwartende Haltung ein, wie sie schreiben.
An der Börse notiert die BKW-Aktie gegen den festen Gesamtmarkt schwächer und verliert gegen 13.20 Uhr 0,7& auf 52,15 CHF.
cc/dm

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