Navigation

BMW will 2009 mit Gewinn abschliessen (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 03. November 2009 - 13:20 publiziert

MÜNCHEN (awp international) - Der Auto- und Motorradbauer BMW hat sich nach einem kleinen Plus im dritten Quartal auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen vorgenommen. Im dritten Jahresviertel enttäuschte der Münchener Konzern jedoch vor allem mit dem schwachen Abschneiden der Autosparte. Unterm Strich blieb ein Konzernüberschuss von 78 Millionen Euro, nach 298 Millionen Euro im bereits schwachen Vorjahresquartal, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.
Wegen des Absatzrückgangs sank der Umsatz im Zeitraum von Juli bis September um 6,6 Prozent auf 11,759 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging im Jahresvergleich von 387 Millionen auf 55 Millionen Euro zurück. Die dominierende Autosparte blieb mit einem operativen Verlust von 76 Millionen Euro im Minus. Belastend wirkten sich die Produktionsanläufe für die neuen Modelle X1 und 5er GT aus. Um den Handel zur Markteinführung im Oktober zu bedienen, seien über 10.000 Fahrzeuge vorproduziert worden, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer in einer Telefonkonferenz. Zudem habe das Unternehmen seine Händler geschont und ihnen keine Fahrzeuge auf den Hof gestellt, ergänzte Finanzvorstand Norbert Eichiner. Damit wolle BMW auch spätere Rabattschlachten vermeiden.
BÖRSE REAGIERT ENTTÄUSCHT
Ein Händler an der Börse wertete die Zahlen in einer ersten Reaktion als enttäuschend. Vor allem im Vergleich zur Mercedes-Sparte des Konkurrenten Daimler habe die BMW-Automobilsparte schwächer abgeschnitten. Bis zum frühen Nachmittag verlor das BMW-Papier 6,56 Prozent auf 31,40 Euro und waren damit schwächster Wert im Dax .
Für das gesamte Geschäftsjahr stellte der Konzern ein positives Konzernergebnis in Aussicht. Sowohl vor als auch nach Steuern werde ein Gewinn erwartet, präzisierte Finanzvorstand Eichiner. Nach neun Monaten hatte der Münchener Konzern einen Überschuss von 47 Millionen Euro erwirtschaftet - nach knapp 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Ob auch die Autosparte im vierten Quartal die Wende ins Plus schafft, liess Eichiner offen.
ALLMÄHLICHE MARKTBELEBUNG
Für den Rest der Jahres kann BMW im Vergleich zum schwachen Vorjahr weiter mit steigenden Absatzzahlen rechnen. Bereits im September war ein leichter Zuwachs verzeichnet worden. Im Oktober habe der Pkw-Absatz ungefähr das Vorjahresniveau erreicht, sagte Reithofer. Für das Gesamtjahr stellt sich der Vorstand auf einen Rückgang der Verkäufe von zehn bis 15 Prozent ein. Nach neun Monaten waren die Auslieferungen bei den Autos um fast 16 Prozent auf 939.554 Fahrzeuge gesunken.
Für das nächste Jahr hofft BMW im Zuge einer allmählichen Erholung der Märkte, dass der Preisdruck sich mindert. Trotzdem blieb Finanzvorstand Eichiner vorsichtig: "Wir rechnen aber unverändert damit, dass die weltweite wirtschaftliche Situation weiterhin volatil und schwierig bleibt." Rückenwind erwartet das Unternehmen von den beiden neuen Modelle sowie der gesamten Verjüngung der Fahrzeugflotte in den nächsten Jahren. Trotz der derzeit düsteren Aussichten hält das Management daran fest, im Jahr 2012 im Bereich Automobile eine EBIT-Marge von acht bis zehn Prozent erreichen zu wollen. Von Januar bis September 2009 betrug die Marge im Bereich Automobile minus 1,2 Prozent (Vorjahr: plus 3,1 Prozent).
WEITER SPAREN
Um das ambitionierte Renditeziel zu erreichen, wollen die Münchener strenger sparen. Das Ziel, bis 2012 für Material vier Milliarden Euro weniger auszugeben, soll um deutlich mehr als zehn Prozent überschritten werden. Zudem streicht der Konzern weiter Jobs. Per Ende September sank die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um mehr als fünf Prozent auf 98.358 Mitarbeiter. Auch künftig will sich das Unternehmen über freiwillige Massnahmen wie Altersteilzeit oder Aufhebungsverträge von Mitarbeitern trennen und frei werdende Stellen nicht neu besetzen.
Zur geplanten Ausweitung der Kooperation mit dem französischen PSA-Konzern , mit dem bereits bei den Motoren für den Mini zusammengearbeitet wird, wollte sich Reithofer nicht äussern. Auch die Gespräche über eine tiefere Zusammenarbeit mit Daimler liefen weiter, sagte er, ohne Details zu nennen. Die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Karbon-Spezialisten SGL verteidigte der Vorstandschef. Ziel sei, Karbonfasern für die Massenproduktion von Autos wirtschaftlich herzustellen. Der bislang als teuer geltende Werkstoff soll etwa in künftigen Elektrofahrzeugen von BMW zum Einsatz kommen. Gerade bei den Elektrowagen sei Leichtbau wichtig, um bei den teuren Batterien sparen zu können. Bis 2015 wolle BMW den Flottenverbrauch so weit senken, dass keine Strafzahlungen an die EU fällig würden, sagte Reithofer.
dct/stw/wiz

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?