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Boehringer Ingelheim stoppt Entwicklung von 'Viagra für Frauen'

Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2010 - 14:36 publiziert

INGELHEIM (awp international) - Deutschlands zweitgrösster Pharmakonzern Boehringer Ingelheim stoppt die Entwicklung des experimentellen Wirkstoffs Flibanserin, umgangssprachlich auch als "Viagra für Frauen" bezeichnet. Hintergrund sind Bedenken der US-Gesundheitsbehörde FDA über den Nutzen des Mittels und mögliche Nebenwirkungen. "Angesichts des fortgeschrittenen Entwicklungsstadiums fiel diese Entscheidung nicht leicht", sagte der Sprecher der Unternehmensleitung, Andreas Barner, am Freitag. Flibanserin sollte Frauen vor den Wechseljahren helfen, die an sexuellem Desinteresse leiden.
Boehringer Ingelheim sei weiterhin von dem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis von Flibanserin überzeugt, hiess es. Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD) sei eine anerkannte medizinische Störung, die das Leben zahlreicher Frauen weltweit beeinträchtige. Angesichts des Umfangs und der Komplexität der Fragen, die für eine mögliche Zulassung hätten geklärt werden müssen, zog Boehringer jetzt die Notbremse. Das Unternehmen will sich stattdessen auf andere Projekte konzentrieren. Die beiden am weitesten fortgeschrittenen klinischen Studien will Boehringer dennoch abschliessen und die Erkenntnisse der Wissenschaft zur Verfügung stellen.
Vor Boehringer Ingelheim waren auch schon andere Pharmakonzerne mit dem Versuch gescheitert, eine weibliche Variante von Viagra auf den Markt zu bringen. Experten sehen hier einen milliardenschweren Markt. 2004 legte der US-Konzern Pfizer seine Pläne für ein libidosteigerndes Medikament für Frauen auf Eis, nachdem Studien nicht den gewünschten Erfolg gezeigt hatten./she/stw/wiz

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