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CHICAGO (awp international) - Hausgemachte Probleme lasten auf dem Flugzeugbauer und Airbus-Erzrivalen Boeing. Gerade jetzt, wo die Luftfahrtbranche wieder anspringt und die Fluggesellschaften neue Maschinen brauchen, verzögern sich die wichtigen Modelle, der Langstreckenjet 787 und die vergrösserte Jumboversion 747-8, weiter. Boeing erwartet deshalb in diesem Jahr sogar einen Gewinnrückgang. Die Aktie fiel am Mittwoch im frühen New Yorker Handel um rund 3 Prozent.
Insgesamt schrumpfte der Konzernumsatz im vergangenen Jahr um 6 Prozent auf 64,3 Milliarden Dollar. Besonders das Schlussquartal lief schwach. Der Jahresgewinn explodierte nur deshalb von 1,3 Milliarden auf 3,3 Milliarden Dollar, weil Boeing im Vorjahr milliardenschwere Belastungen aus den Verzögerungen verbucht hatte und obendrein ein sattes Steuergeschenk am Firmensitz in Chicago eintrudelte.
DREAMLINER VERZÖGERT SICH
Mit Pannen startet der Flugzeugbau-Gigant ins neue Jahr. Der mittelgrosse Langstreckenjet 787 "Dreamliner" kommt nach andauernden technischen Problemen erst im dritten Quartal und damit drei Jahre später als geplant. Der vergrösserte Jumbo 747-8 hinkt dem Zeitplan anderthalb Jahre hinterher und soll Mitte des Jahres an den ersten Kunden ausgeliefert werden. Dabei warten die Airlines dringend auf die Maschinen.
Von der alten 747 wurde Boeing im vergangenen Jahr nicht eine einzige los; auch die Verkäufe des grossen "Dreamliner"-Bruders 777 fielen schlechter aus als erwartet. Stattdessen erwiesen sich die Kurz- und Mittelstreckenflieger der 737-Baureihe als Verkaufsrenner. Die vor allem auch Inlands- und Kontinentalflügen eingesetzten Jets sind vergleichsweise günstig und gelten als technisch ausgereift.
BOEING-CHEF SIEHT GEWINN BRÖCKELN
Boeing-Chef Jim McNerney sieht im laufenden Jahr den Gewinn um schlimmstenfalls 15 Prozent abbröckeln. Grund sind unter anderem die Belastungen aus der späten Ankunft des "Dreamliner". Boeing entgehen nicht nur Einnahmen, der Konzern muss auch die Fluggesellschaften für die Verzögerungen entschädigen und mehr Geld für die Fertigstellung aufwenden.
Boeing hatte den "Dreamliner"-Start erst vor einer Woche zum siebten Mal verschoben. Neuartige, leichte Verbundmaterialien machten von Beginn an Probleme, hinzu kamen eine komplizierte Elektronik und unzuverlässige Zulieferer. Zu allem Überfluss brannte es im November auch noch in einer Schalttafel, was die Piloten einer Testmaschine zu einer Notlandung zwang. Nun schaut die US-Flugsicherheitsbehörde FAA bei der Zulassung ganz genau hin.
Boeing erwartet, in diesem Jahr noch 25 bis 40 der "Dreamliner" und Superjumbos an die Kunden ausliefern zu können. Insgesamt sollen zwischen 485 und 500 Flugzeuge des Typs die Werkshallen verlassen. Boeing ist damit nach eigenen Angaben ausverkauft. "Das Auftragsbuch ist voll", sagte Konzernchef McNerney.
RÜSTUNGSSPARTE SOLL ZULEGEN
Auch die von Einschnitten im US-Verteidigungshaushalt betroffene Rüstungssparte soll zulegen. Boeing stellt unter anderem Kampfjets und unbemannte Drohnen her. Das Geschäft mit Weltraumtechnik läuft dagegen Gefahr, noch weiter zu schrumpfen. Der wichtige Kunde NASA muss sparen. Konzernweit sieht McNerney den Umsatz in diesem Jahr auf 68 Milliarden bis 71 Milliarden Dollar steigen.
Der europäische Konkurrent EADS, Mutterkonzern von Airbus, legt seine Jahreszahlen am 9. März vor. Zuletzt hatte Airbus zum wiederholten Male mehr Verkehrsjets ausliefern können als Boeing. Allerdings hat auch Airbus mit Pannen und Verzögerungen bei seinem doppelstöckigen A380, dem "Dreamliner"-Gegenstück A350 sowie beim Militärtransporter A400M zu kämpfen.
Die beiden Konzerne teilen sich den Markt der mittleren bis grossen Verkehrsmaschinen auf und liefern sich seit Jahren vor der Welthandelsorganisation WTO eine Schlammschlacht. Dabei geht um die Rechtmässigkeit staatlicher Hilfen./das/DP/dc

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