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BP wegen Ölkatastrophe auch zu Jahresbeginn mit Gewinnrückgang (AF)

LONDON (awp international) - Der britische Ölkonzern BP leidet weiter unter den Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und hat deshalb zu Jahresbeginn weniger verdient als vor einem Jahr. Der Gewinn zu vergleichbaren Preisen lag im ersten Quartal bei 5,481 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte BP 5,6 Milliarden Dollar erzielt. Damit konnte der Konzern die Markterwartungen nicht erfüllen. Die Aktie des Ölkonzerns stieg am Vormittag dennoch mit einem Plus von etwa 0,8 Prozent etwas stärker als der europäische Index Stoxx Europe 50 . Analysten äusserten die Hoffnung, dass BP die Kosten des Öldesasters langsam in den Griff bekommt.
Während bei anderen Ölkonzernen wie Shell und ExxonMobil angesichts der steigenden Ölpreise hohe Gewinne erwartet werden, schnitt BP schwächer ab. Wegen der Ölkatastrophe vor einem Jahr muss der Konzern eine Reihe von Unternehmensteilen verkaufen. Auch deshalb ging die Produktion im ersten Quartal um 11 Prozent auf 3,578 Millionen Barrel zurück. Auch im laufenden Quartal erwartet der Konzern für die Produktion noch negative Sondereinflüsse. Dem stünden aber positive Fördererwartungen etwa im Irak gegenüber.
Auf Vorsteuerbasis beliefen sich die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Katastrophe im ersten Quartal auf zusätzliche 400 Millionen Dollar. Zum Ende vergangenen Jahres hatte der Konzern die Kosten des Öldesasters auf knapp 41 Milliarden Dollar beziffert. Die endgültige Höhe der Kosten sei noch mit vielerlei Unsicherheiten behaftet, hiess es von BP. Im ersten Quartal seien die Unterwasserarbeiten an der Unglücksstelle weitgehend abgeschlossen worden.
Die Quartalsdividende soll 7 US-Cent je Aktie betragen. Vor einem Jahr hatte BP noch 14 Cent ausgeschüttet, die Zahlungen im Sommer aber aufgrund der Ölkatastrophe vorübergehend ausgesetzt. Die Ölplattform war am 20. April vergangenen Jahres explodiert. Elf Arbeiter starben. Hunderte Millionen Liter Rohöl strömten ins Meer, bis die Quelle im August geschlossen werden konnte. Das Öl verschmutzte 1.000 Kilometer Küste. Im vergangenen Jahr brachte dies dem Unternehmen neben einem immensen Imageschaden erstmals seit Jahrzehnten einen Verlust von 5 Milliarden US-Dollar.
Probleme hat BP auch in Russland, wohin sich der Konzern nun stärker orientieren will. Ein Milliarden-Deal mit dem russischen Konzern Rosneft zur Ausbeutung von Vorkommen im Nordpolarmeer droht zu scheitern. Vorgesehen ist ein Aktientausch mit dem Staatskonzern Rosneft im Wert von zehn Milliarden Pfund (rund 11,3 Milliarden Euro). Allerdings hat das russische Oligarchen-Konsortium AAR - bisheriger BP-Partner in Russland - gegen die geplante Zusammenarbeit ein Veto eingelegt. Mehrere Schlichtungsversuche sind bereits gescheitert. Die neue Frist für den Aktientausch ist der 16. Mai./nmu/enl/tw

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